Frau ist 216 Tage positiv - Gefährlichere Mutationen, wenn Sars-CoV-2 auf HIV-Patienten trifft
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Frau ist 216 Tage positivGefährlichere Mutationen, wenn Sars-CoV-2 auf HIV-Patienten trifft

Der Fall einer HIV-infizierten Frau aus Südafrika deutet darauf hin, dass Menschen mit abgeschwächtem Immunsystem anders an Covid-19 erkranken: Sie können nicht nur sehr lange Corona-positiv sein, sondern auch mehrere Virusvarianten hervorbringen.

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In Südafrika hat sich eine mit dem HI-Virus infizierte Frau mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. 

In Südafrika hat sich eine mit dem HI-Virus infizierte Frau mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert.

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Obwohl sie nur einen milden Verlauf hatte, berichten Forschende von ihr in einer noch nicht veröffentlichten Untersuchung. (Symbolbild)

Obwohl sie nur einen milden Verlauf hatte, berichten Forschende von ihr in einer noch nicht veröffentlichten Untersuchung. (Symbolbild)

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So waren bei ihr zum einen die Sars-CoV-2-Tests 216 Tage lang positiv. 

So waren bei ihr zum einen die Sars-CoV-2-Tests 216 Tage lang positiv.

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Darum gehts

  • Eine Untersuchung aus Südafrika liefert Hinweise, dass bei Immunsupprimierten, bei denen das körpereigene Abwehrsystem unterdrückt wird, vermehrt Varianten der Covid-19-Erreger auftreten.

  • Das zeigt der Fall einer HIV-infizierten Frau aus Südafrika.

  • Trotz mildem Verlauf war sie während 216 Tagen Corona-positiv und entwickelte währenddessen mehrere Virusvarianten.

Nicht gegen Covid-19 Geimpfte sind weltweit weiterhin ein Reservoir für neue Sars-CoV-2-Varianten. Das gilt auch für Immunsupprimierte, bei denen das körpereigene Abwehrsystem unterdrückt wird. Das zeigt der Fallbericht einer südafrikanischen HIV-Infizierten, der jetzt beim Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Klinische Mikrobiologie und Infektionen (ECCMID) vorgestellt worden ist.

«Neue Mutationen von Sars-CoV-2 führen zu Ausweichmöglichkeiten der Erreger gegenüber dem Immunsystem. Das bedeutet, dass gebildete Antikörper einer vorangegangenen natürlichen Infektion oder als Impf-Antwort nicht mehr so gut vor einer weiteren Ansteckung schützen», sagte Alex Sigal, der am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin und am Afrikanischen Institut für Gesundheitsforschung (KwaZuluNatal/Südafrika) arbeitet.

Schon im Mai hatte der Fall der an Blutkrebs erkrankten Facebook-Managerin Nicola Mendelsohn gezeigt, dass nicht alle gegen Corona geimpften Personen auch Antikörper gegen Covid-19 entwickeln.

Schwerere Verläufe, mehr gefährlichere Mutationen

In Südafrika traf in der jüngeren Vergangenheit Sars-CoV-2 auf das Immunschwächevirus (HIV). Laut dem Wissenschaftler gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass die Beta-Variante des Coronavirus, die ursprünglich in Südafrika nachgewiesen wurde, bei HIV-infizierten Personen einerseits zu schweren Krankheitsverläufen führt und andererseits gerade bei ihnen gefährlichere Mutationen auftreten.

Sigal präsentierte den Fall einer südafrikanischen Patientin mit nicht ausreichend kontrollierter HIV-Infektion: «Obwohl sie nur eine milde Covid-19-Erkrankung entwickelte, blieben die Sars-CoV-2-Tests 216 Tage lang positiv», hiess es in einer Aussendung des Kongresses. «Während die meisten Menschen SARS-CoV-2 schnell überwinden, gibt es bereits einige Berichte über verlängerte Infektionen bei Immunsupprimierten», schrieb das Autorenteam in seiner derzeit noch nicht in einem Fachjournal publizierten Untersuchung.

216 Tage positiv

Bei der in der Studie beschriebenen Patientin handelt es sich um eine etwas unter 40 Jahre alte Südafrikanerin, die zwölf Tage nach Auftreten von Halsschmerzen und Atemnot mit einer Sars-CoV-2-Infektion ins Spital kam. Seit 2006 war die Frau HIV-positiv und bekam eine sogenannte antiretrovirale Therapie, ausserdem hatte sie Asthma und stand unter Behandlung mit einem Cortison-Spray und einem Bronchienerweiterer. Offenbar war die Anti-HIV-Therapie nicht ausreichend gewesen. Ein im Spital erfolgter Wechsel der Medikamente führte erst nach 206 Tagen zu einem Befund mit HI-Viren unterhalb der Nachweisgrenze.

Während dieser Zeit allerdings blieb die Patientin Corona-positiv. Erst nach dem Tag 216 waren die Covid-19-Erreger nicht mehr nachweisbar. Die Crux stellte sich bei der mehrfachen Sequenzierung der Covid-19-Erreger heraus: Relativ früh kam es bei der Frau zum Entstehen der sogenannten E484-K-Mutation, einer «Fluchtvariante» . In der Folge wurden bei der Frau auch noch andere Varianten von Sars-CoV-2 entdeckt. «Das ist ein Hinweis darauf, dass die Evolution von Viren in Trägern der Erreger einen Mechanismus für das Entstehen von Sars-CoV-2-Mutationen darstellt, welche der Immunantwort ausweichen können», so die Fachleute.

Rat der Experten

«Während die meisten Menschen Sars-CoV-2 schnell überwinden, gibt es bereits einige Berichte über verlängerte Infektionen bei Immunsupprimierten» schrieb das Autorenteam in seiner Untersuchung. Die notwendigen Konsequenzen erscheinen klar: Bei Immunsupprimierten ist ganz besonders auf Impfschutz und auch auf eine nach der vollen Impfung eingetretene ausreichende Immunantwort zu achten. Das wäre zum Beispiel weltweit bei Krebspatientinnen und -patienten und anderen Kranken mit immunsupprimierender Therapie ihrer Grunderkrankung notwendig.

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