BERN.: Gefährliches «Biokiffen» fordert weiteres Todesopfer
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BERN.Gefährliches «Biokiffen» fordert weiteres Todesopfer

Jugendliche würgen sich für den ultimativen Rausch bis zur Ohnmacht. Dieses gefährliche Spiel hat ein weiteres Opfer gefordert. Experten sind alarmiert.

Ein unheimliches Spiel – genannt «Ohnmächterlis» oder «Biokiffen» – grassiert auf hiesigen Schulhöfen. Jugendliche und Kinder versetzen sich selbst in einen Rauschzustand, indem sie schnell atmen und ein Kollege ihnen den Brustkorb zudrückt – so lange, bis sie bewusstlos werden. Kurz vor dem K.o. erleben sie das erwünschte Rauschgefühl.

Dieser Flash ist lebensgefährlich. Im Sommer starb der Lausanner Schüler Caspar (16) daran, wie die Zeitung «Sonntag» berichtete. Der Teenager hyperventilierte absichtlich und presste zusätzlich einen Riemen auf die Halsschlagader. Seine Mutter fand ihn tot im Zimmer. Im Jahr 2000 starb bereits ein Schweizer Kind wegen «Ohnmächterlis».

Spitäler bestätigen den gefährlichen Trend: «Wir haben in der Notaufnahme regelmässig Jugendliche, die beim Hyperventilieren gestürzt sind», so Markus Schwendinger, Chefarzt der Notfallabteilung am Kantonsspital Baden. Wenn die Jugendlichen ungebremst auf den Boden knallen würden, könne es zu schweren Schädelverletzungen kommen.

Nun werden erste Kantone aktiv: In Lausanne fand eine Infoveranstaltung für Eltern statt, in Luzern wurden sämtliche Schulen übers «Biokiffen» informiert.

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