Gefälschter Annoni-Brief: Verfasser bleibt im Dunkeln
Aktualisiert

Gefälschter Annoni-Brief: Verfasser bleibt im Dunkeln

Die Polizei legt den von Regierungsrat Annoni gezeichneten Schmähbrief zu den Akten. Wer den offenbar gefälschten Brief verfasst hat, bleibt allerdings ein Rätsel.

Das vor Sarkasmus triefende Dokument sorgte im vergangenen Dezember für Wirbel: Nachdem sich Migros-Sprecher Thomas Bornhauser als Privatmann in einer Zeitungskolumne über das Berner Bildungssystem mokiert hatte, erhielt er einen regelrechten Schmähbrief aus dem Erziehungsdepartement – auf offiziellem Papier und gezeichnet vom damaligen Erziehungsdirektor Mario Annoni.

Dieser schwieg erst beharrlich zum mysteriösen Vorfall, reichte dann aber Strafanzeige gegen unbekannt ein. Jetzt hat die Kantonspolizei ihre Ermittlungen abgeschlossen – ohne Ergebnis: Die Identität des Verfassers liegt weiterhin im Dunkeln.

«Mich erstaunt dies überhaupt nicht», sagt SVP-Grossrat Thomas Fuchs, der zum Thema auch einen politischen Vorstoss im Kantonsparlament einreichte. «Ich habe keineswegs den Eindruck, dass die Erziehungsdirektion besonders intensiv nach dem Täter gesucht hat.»

Schliesslich sei der Brief ohne Zweifel von Annonis Departement versandt worden. «Und aus den eigenen Reihen wollte man offenbar niemanden anschwärzen», vermutet Fuchs.

Raffaela Moresi

Deine Meinung