Ausserrhoder Alkoholiker: Gefängnis, weil er ständig blau am Steuer sass

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Ausserrhoder AlkoholikerGefängnis, weil er ständig blau am Steuer sass

Er lernte es einfach nie: obwohl er mehrfach betrunken Auto gefahren ist, liess sich ein 41-jähriger Ostschweizer erneut erwischen. Es war das eine Mal zu oft. Nun muss er neun Monate hinter Gitter.

Ein 41-jähriger Ausserrhoder muss für neun Monate ins Gefängnis, weil er wiederholt betrunken Auto gefahren ist. Das Ausserrhoder Kantonsgericht verurteilte ihn am Freitag zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten und einer Busse von 300 Franken.

Ende Mai 2010 fuhr der Vorderländer von Thal nach Wolfhalden - dort wurde er um 02.40 Uhr schlafend im Auto von der Polizei erwischt. Er hatte 2,13 Promille Alkohol im Blut. Zwei Promille Alkohol im Blut bedeutet Vollrausch, unkontrolliertes Torkeln. Ab 2,5 Promille besteht Lebensgefahr.

Gegen Zaun geknallt

Im März 2011 fuhr er wieder in angetrunkenem Zustand Richtung Rehetobel: Er geriet über den linken Strassenrand hinaus und knallte in einen Röhrenzaun. Die Auswertung dieser Blutprobe ergab eine Blutalkohol-Konzentration von mindestens 1,99 Promille.

Der Mann habe sich trotz einschlägiger Vorstrafen und einer offenen Probezeit wegen Fahrens in alkoholisiertem Zustand im Mai vor zwei Jahren wieder zu einer Trunkenheitsfahrt hinreissen lassen, stellte die Staatsanwaltschaft fest. Trotz des Verfahrens von 2010 sei er zehn Monate später wieder angetrunken herumgefahren.

Unbedingte Strafe

Schon 2009 hatte das Ausserrhoder Verhöramt den Mann wegen Trunkenheit am Steuer zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 160 Franken verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft beantragte, diese bedingte Strafe zu widerrufen: Aufgrund diverser bedingter und unbedingter Strafen sei nicht zu erwarten, dass sich der Beschuldigte bei einem erneuten Strafaufschub ans Gesetz halten werde.

Deshalb müsse er jetzt zu einer unbedingten Strafe verurteilt werden, forderte der Staatsanwalt. Da der Beschuldigte weder in der Lage sei, eine grössere Geldstrafe zu bezahlen, noch längere Zeit gemeinnützige Arbeit leisten könne, müsse eine unbedingte Freiheitsstrafe ausgesprochen werden, forderte der Staatsanwalt.

Erstes abgekürztes Verfahren

Erstmals ist in diesem Fall in Ausserrhoden ein abgekürztes Verfahren nach der neuen Strafprozessordnung durchgeführt worden. Die Staatsanwaltschaft arbeitete einen Erledigungsvorschlag aus, mit dem die Parteien einverstanden waren.

Das Kantonsgericht konnte das Strafmass weder erhöhen noch senken. Der Mann hatte seine Trunkenheitsfahrt zugegeben. Neben der Busse muss er Untersuchungskosten von 2300 Franken tragen. (sda)

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