Aktualisiert 16.03.2006 10:26

Gefängniserstürmung hat sich für Olmert gelohnt

Nach dem Sturm israelischer Soldaten auf das Gefängnis in Jericho hat die Partei Kadima des amtierenden Ministerpräsidenten Ehud Olmert in den Meinungsumfragen zugelegt.

Knapp zwei Wochen vor der Parlamentswahl am 28. März kann sie mit 42 bis 43 Mandaten rechnen, wie aus der Erhebung des unabhängigen Instituts für Geokartografie hervorgeht. Dies bedeute ein Plus von vier bis fünf Sitzen, erklärte Institutsleiter Avi Degani. Befragt wurden 500 Wahlberechtigte.

In Erhebungen für die Zeitungen «Jediot Ahronot» und «Maariv» kommt die November gegründete konservative Partei auf 39 Sitze, was ebenfalls einen Zuwachs bedeutet. «Jediot Ahronot» sprach vom «Jericho-Effekt». Degani erklärte allerdings, sein Institut sei bereits am Montag, also einen Tag vor der Militäraktion, zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Regierungschef Olmert hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe die Erstürmung des Gefängnisses und die Festnahme des dort einsitzenden Chefs der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), Ahmed Saadat, aus wahlkampftaktischen Erwägungen angeordnet.

Die sozialdemokratische Arbeitspartei kommt den Zeitungsumfragen zufolge auf 19 beziehungsweise 20 Sitze. Der rechtsgerichtete Likud-Block kann mit 15 Mandaten rechnen. (dapd)

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