Gefängnisrevolte: Sechs Tote
Aktualisiert

Gefängnisrevolte: Sechs Tote

Bei einem Ausbruchsversuch radikalmoslemischer Häftlinge aus einem Gefängnis der philippinischen Hauptstadt Manila sind nach Angaben der Polizei sechs Menschen getötet worden.

Laut Manilas Polizeichef Avelino Razon gelang es einigen Häftlinge der radikalen Gruppe Abu Sayyaf am frühen Montagmorgen, ihre Wärter zu überwältigen und deren Waffen an sich zu reissen. Dabei seien vier Häftlinge und zwei Wärter getötet worden, hiess es aus Polizeikreisen.

Wieviele Häftlinge an dem Ausbruchsversuch beteiligt waren, war zunächst unklar. Nach Angaben des Polizeichefs sind die Meuterer in einem Teil des zum Polizeihauptquartier gehörenden Gefängnisses verschanzt; alle anderen Häftlinge seien in Sicherheit.

Berichte, wonach die Meuterer rund hundert Gefangene als Geiseln hielten, wies er zurück. Wie ein AFP-Fotograf berichtete, war ein Gebäude innerhalb des Camps von Sondereinheiten umstellt. Mit Hilfe von Megaphonen versuchten sie, die Meuterer zur Aufgabe zu bewegen. Laut dem Polizeisprecher fordern die Meuterer Gespräche mit zwei prominenten Moslemvertretern, einem Schauspieler und einem Abgeordneten.

Das Gefängnis beherbergt neben gewöhnlichen Kriminellen mehrere Mitglieder der radikalen Bewegungen Abu Sayyaf und Jemaah Islamiyah, die im Verdacht stehen, in terroristische Aktivitäten verwickelt zu sein.

Anhänger der Abu Sayyaf werden seit mehr als zehn Jahren für Entführungen und Anschläge gegen Ausländer und Christen im Süden der Philippinen verantwortlich gemacht. Washington und Manila sagen der Gruppe zudem Kontakte zum Terrornetzwerk El Kaida nach.

Die JI soll hinter dem Anschlag auf Bali stehen, bei dem im Oktober 2002 202 Menschen getötet wurden.

(sda)

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