Murgänge: Gefahr am Grimselpass noch nicht gebannt
Aktualisiert

MurgängeGefahr am Grimselpass noch nicht gebannt

Die Gefahr von weiteren Murgängen an der Grimselpass-Strasse ist noch nicht gebannt. Das machten Experten des Kantons Bern an einer Informationsveranstaltung für die Bevölkerung von Guttannen klar.

Die Passstrasse über den Grimsel ist nicht sicher.

Die Passstrasse über den Grimsel ist nicht sicher.

Der Kanton prüfe zurzeit, wie die Kantonsstrasse langfristig gesichert werden könne, hiess es. Sollte die Passstrasse für längere Zeit geschlossen werden müssen, würde eine behelfsmässige Zufahrt für Guttannen geplant.

Wegen Murgängen war die Grimselpass-Strasse am 23. Juli vorsichtshalber gesperrt worden. Erst seit letztem Samstag ist sie wieder rund um die Uhr geöffnet: Ein automatisiertes Überwachungssystem schützt die Autofahrer nun vor unliebsamen Überraschungen.

Die Murgänge im Guttanner Spreitlauigraben - einem Seitengerinne der Aare - treten seit einem Jahr immer wieder auf. Grund dafür ist ein Felssturz am Ritzlihorn im August 2009. Damals brachen mehrere hundert Kubikmeter Fels von der Nordflanke des Berges ab.

In diesem Sommer seien weitere Murgänge möglich, hiess es am Informationsabend in Guttannen. Wegen der sinkenden Temperaturen dürfte die Felssturz-Aktivität am Ritzlihorn in den nächsten Wochen aber abnehmen. Im Winter sei mit keinen Murgängen zu rechnen.

Lage ist stabil

Zurzeit seien die meterhohen Aufladungen im Flussbett der Aare stabil, erklärten die Verantwortlichen vom kantonalen Tiefbauamt. Die Situation werde periodisch kontrolliert, da weitere Ereignisse eine Zunahme der Geschiebeablagerungen verursachen könnten. Dadurch wären auch Erosionen an den angrenzenden Hängen möglich.

Zudem sei damit zu rechnen, dass dieses Geschiebe sukzessive talabwärts nach Innertkirchen transportiert werde. Dort werde es - wegen abnehmendem Gefälle - in der Aare liegen bleiben.

Neue Strassensperrung möglich

Bei einer Verschärfung der Gefahr müsste die Strasse erneut gesperrt werden, mahnten die Experten. Sollte die Galerie durch weitere Murgänge schwer beschädigt werden, wäre sogar eine längere Sperrung der Strasse denkbar.

Für diesen Fall plant der Oberingenieurkreis I zusammen mit der Gemeinde, wo und wie eine behelfsmässige Zufahrt realisiert werden kann. Der Entscheid solle voraussichtlich Anfang September fallen, hiess es am Montagabend in Guttannen.

Ebenfalls geprüft werde zurzeit, wie die Kantonsstrasse im Gefahrengebiet langfristig gesichert werden könne. Nicht nur die Erweiterung der Schutzbauten am jetzigen Standort würden geprüft, sondern auch Varianten mit einer neuen Strassenführung. Einen Variantenentscheid will der Kanton bis Ende November fällen. (sda)

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