18.09.2018 03:51

Mädchen (7) verletzt«Gefahr durch kleine Hunde wird unterschätzt»

Nachdem ein Mädchen von einem kleinen Hund gebissen wurde, nimmt der Tierschutz Eltern und Halter in die Pflicht. Auch kleine Hunde müssten ernst genommen werden.

von
Daniela Gigor
Ein Hund wie dieses Shih Tzu-Welpe oder ein Tier einer ähnlichen Rasse könnte das Mädchen gebissen haben. (Symbolbild/ Digitallu)

Ein Hund wie dieses Shih Tzu-Welpe oder ein Tier einer ähnlichen Rasse könnte das Mädchen gebissen haben. (Symbolbild/ Digitallu)

In Rickenbach LU wurde am 5. September ein Mädchen von einem Hund gebissen und an der Augenbraue verletzt. Die Wunde musste im Spital genäht werden. Nun wird die Halterin gesucht: Laut Polizeimeldung biss ihr kleiner Hund zu, möglicherweise sei es ein Shih Tzu – also ein sehr kleiner, niedlicher Hund.

Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft Luzern, sagt, dass sich gemäss ersten Erkenntnissen der Vorfall folgendermassen abgespielt habe: «Das Mädchen, das mit Kolleginnen unterwegs war, sah den freilaufenden Hund kommen. Es ging in die Knie und streichelte den Hund. Sie beugte sich über ihn, dieser krabbelte an ihr hoch und biss das Mädchen auf Höhe der Augenbrauen ins Gesicht.»

Ohne den Ablauf des Geschehens im Detail zu kennen, kann sich Tierärztin Julika Fitzi von der Fach- und Beratungsstelle beim Schweizer Tierschutz STS vorstellen, was passiert sein könnte: «Die Problematik ist, dass eine mögliche Gefahr gerade bei kleinen, süss aussehenden Hunden oft unterschätzt wird. Gerade Kindern muss man dies oft bewusst machen.»

Eltern und Hundehalter stehen in der Pflicht

Auch würden Abwehrsignale kleiner Hunde nicht erkannt. «Man darf nicht vergessen, dass es sich trotzdem um Hunde handelt, wenn sie auch noch so süss aussehen. Oft werden sie aber so behandelt, wie sie es gar nicht wollen», sagt Fitzi weiter. Würden seine ablehnenden Signale beim Menschen nicht ankommen, könnten die Hunde zwicken oder beissen.

Um gefährliche Situationen im Umgang mit Hunden zu vermeiden, gibt es einige Regeln, die Eltern von Kindern wie auch Hundehalter befolgen sollten. Fitzi: «Fremde Hunde dürfen nur auf Nachfrage beim Besitzer gestreichelt werden.» Dies gelte für alle Bereiche, wo Kinder und Erwachsene auf Hunde treffen. «Köpfe von Kindern haben nichts in der Nähe des Kopfes von Hunden zu suchen», so Fitzi weiter. Wenn sich Menschen und Hunde länger und direkt in die Augen schauen, könnte das für einzelne Hunde eine Aufforderung sein, die Rangordnung klären zu wollen. Dies sei besonders gefährlich, wenn Kinder mit grossen Hunden auf Augenhöhe stehen würden. Darum sollen Eltern den Kindern beibringen, den Augenkontakt besser gar nicht erst zu suchen.

Hundehalter sollen sich getrauen, «Stopp» zu sagen

Wenn Kinder spontan auf einen Hund zugehen wollen, soll sich der Halter getrauen, «Nein» und «Stopp» zu sagen. «Man kann ihnen sagen, dass man sein Tier kennt und darum weiss, dass er es nicht mag, gestreichelt zu werden. Es schadet auch nichts, wenn man die Eltern in diese Nachhilfe einbezieht. Denn kein Hundehalter will, dass Personen gebissen werden.»

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