Ecstasy-Bowle: Gefahr für Partygänger

Aktualisiert

Ecstasy-BowleGefahr für Partygänger

Gefährlicher Trend: An zahlreichen Partys in Zürich werden mit MDMA versetzte Bowlen ausgeschenkt.

von
Deborah Sutter
Gefährlich: Bowle mit MDMA.

Gefährlich: Bowle mit MDMA.

Man erhält sie für wenig Geld oder sogar gratis: MDMA-Bowlen, ein Mischgetränk, das mit dem Wirkstoff angereichert ist, der in Ecstasy-Pillen enthalten ist. «Jedes Wochenende finden in Zürich unzählige Partys statt – mittlerweile gibt es die Bowle fast überall», erzählt die 28-jährige Szenegängerin Kata*. Auch Tom* (29) verkehrt in diesen Kreisen: «So komme ich zu einem fünf bis sechs Stunden dauernden Rausch – und bezahle maximal zehn Franken dafür, was um einiges billiger ist, als sich einen Abend lang zu betrinken.»

Die Drogeninformationsstelle Eve & Rave bestätigt das Phänomen: «Dass an illegalen oder privaten Festen solche Bowlen serviert werden, beobachten wir ebenfalls», so Tina Schmitter. An offiziellen Partys in legalen Clubs sei dies aber bisher nicht zu beobachten.

Urs Rohr von der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich spricht von einer hochriskanten Entwicklung: «Wird die Bowle mit Alkohol zubereitet, führt dies zu noch stärkerem Austrocknen und Anstieg der Körpertemperatur – das kann tödlich enden.» Dazu komme, dass die Partygänger nicht wissen können, wie viel MDMA genau sie konsumieren: «Das macht es noch schwieriger, einzuschätzen, ob man sich in ­Gefahr bringt», so Rohr. Wer Drogen auf diese Weise konsumiere, spiele im Prinzip russisches Roulette. Rohr: «Wir werden die weitere Entwicklung genau im Auge behalten.»

*Namen von der Redaktion geändert

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