Gefahr im Calancatal bleibt
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Gefahr im Calancatal bleibt

Im Calancatal dürfte es vorerst nicht zum grossen Felssturz von mehreren 100 000 Kubikmetern kommen. Das Bündner Tiefbauamt rechnet damit, dass die Gefahrensituation noch länger andauern wird.

Allerdings sind jederzeit kleinere Felsniedergänge möglich. Die Umfahrungspiste wird nun optimiert.

Nach wie vor verschieben sich rund 150.000 bis 200.000 Kubikmeter Fels bei Arvigo Richtung Tal, wie das Bündner Tiefbauamt am Dienstag mitteilte. Auf Grund der bisherigen Abstürze mit nur kleineren Felsmassen rechnet das Tiefbauamt damit, dass es auch weiterhin nicht zum grossen Felssturz von mehreren 100.000 Kubikmetern kommen wird, wie ursprünglich einmal vermutet wurde. Die in einzelne Teile aufgelöste Masse bewege sich immer noch mit mehreren Dezimetern pro Tag, so dass es jederzeit zu kleineren Niedergängen kommen könne. Das Tiefbauamt geht davon aus, dass die jetzige Gefahrenlage noch Wochen bis Monate andauern wird.

In Absprache mit den zuständigen Geologen haben sich die Behörden entschlossen, den Betrieb der seit rund zwei Wochen bestehenden Umfahrungspiste mit verschiedenen Massnahmen zu optimieren. Dazu wird die Piste rund 200 Meter in Richtung Süden verlängert und die gesperrte Kantonsstrasse mit einem Damm rund zwei Meter hoch überschüttet. Dies diene der Energievernichtung beim Aufprall grösserer Blöcke und verhindere so deren Weiterrollen, heisst es. Diese Massnahmen erlaubten die Offenhaltung der Umfahrungspiste rund um die Uhr, also neu auch in der Nacht. Da die Piste nur einspurig befahren werden dürfe, werde der Verkehr künftig mit einer Lichtsignalanlage geregelt. Die Pistenerweiterung sowie die Dammschüttung sollten laut Tiefbauamt am (morgigen) Mittwochabend abgeschlossen sein.

In der Nacht vom Pfingstmontag auf Dienstag war es im südbündnerischen Calancatal zum bisher grössten Felsabbruch gekommen. Damals stürzten rund 150.000 Kubikmeter Fels in der Zone südlich von Arvigo. Weitere Felsmassen stürzten in den darauf folgenden Tagen herunter. Am vergangenen 5. Juni beschädigte ein Felsbrocken einen Teil der gesperrten Kantonsstrasse. Zudem zerstörten die Felsmassen unterhalb der Kantonsstrasse verschiedene Gebäude im Steinbruch sowie eine Wasserleitung. Zwei Tage später brachen weitere rund 30.000 Kubikmeter Gestein ab und donnerten zu Tal. (dapd)

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