Aktualisiert 11.08.2007 09:01

Gefahrenkarte: 5000 Franken pro m2

Der Bund will die Erstellung der Gefahrenkarten zur Hochwasserschutzpolitik schnell fertigstellen. Damit die Kantone vorwärts machen, übernimmt er bis zu 70 Prozent der Kosten.

Erst ein Drittel der Gefahrenkarten sei vorhanden, sagte Roberto Loat, Verantwortlicher für die Gefahrenkarten beim Bundesamt für Umwelt, in einem am Samstag erschienenen Interview mit der «Basler Zeitung». Er begründete dies damit, dass die zuständigen kantonalen Fachstellen zu wenig Ressourcen hätten.

Zudem fehle es in den Kantonen am politischen Willen, die nötigen Budgets zu sprechen. Der Bund werde nun aber bis zu 70 Prozent der Kosten übernehmen, um die Arbeiten voranzutreiben. Die Gefahrenkarten sollen bis 2011 vollständig vorliegen.

Pro Quadratmeter koste die Kartierung 5000 Franken, sagte Loat weiter. Ein Franken für die Prävention verhüte aber Schäden von sieben Franken.

Die Entsiedlung von Hochrisikogebieten als Schutzmassnahme sei dagegen ein heikles Thema. In Brienz BE sei dies schon 2005 gemacht worden. Die Frage sei auch, ob man Bewohner von Risikogebieten schon vor Unwettern umsiedeln solle. Dabei sei es denkbar, dass die Versicherer und die öffentliche Hand zusammenarbeiteten, um die Hauseigentümer zu entschädigen.

Positiv beurteilt Loat die Warnungen von MeteoSchweiz im Vorfeld der Unwetter. MeteoSchweiz habe frühzeitig gewarnt und die Bevölkerung sensibilisiert. Auch hätten die Abflussprognosen für die Flüsse früher und präziser vorgelegen. (sda)

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