Fahrleitungsstörung: Gefangen im Hauensteintunnel
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FahrleitungsstörungGefangen im Hauensteintunnel

Rund 300 Passagiere eines ICE kamen am Donnerstagabend viel später als gedacht nach Hause. Ihr Zug bleibt im Hauensteintunnel zwischen Basel und Olten stecken. Nach eineinhalb Stunden werden sie evakuiert.

von
rme
Rund 300 Passagiere mussten am Donnerstagabend aus dem Hauensteintunnel evakuiert werden, weil ihr Zug steckengeblieben war. (Archivbild SBB)

Rund 300 Passagiere mussten am Donnerstagabend aus dem Hauensteintunnel evakuiert werden, weil ihr Zug steckengeblieben war. (Archivbild SBB)

Pünktlich verlässt der ICE 987 am Donnerstagabend um 18.59 Uhr den Basler Hauptbahnhof. Doch bis Leser-Reporter Michael Widmer zuhause in Olten ankommt, dauert es deutlich länger als die fahrplanmässigen 27 Minuten. Nach Liestal bleibt der Zug im Hauensteintunnel stecken.

«Zuerst hat der Zug im Tunnel abgebremst, dann blieb er ganz stehen», erzählt Widmer. Nach etwa fünf Minuten habe es eine erste Durchsage gegeben, wonach der unfreiwillige Halt wohl länger dauern werde. Nach etwa einer Stunde und weiteren Durchsagen sei den etwa 300 Passagieren via Lautsprecher bekannt gegeben worden, dass man sie evakuieren werde.

Galgenhumor

«Die Passagiere verhielten sich während der ganzen Zeit ruhig. Man nahm die Situation gelassen hin, da man ja nichts daran ändern konnte», beschreibt der 22-jährige Haustechniker. Immerhin funktionierte im sehr gut gefüllten Zug die Notbeleuchtung; in einem Wagen und im Speisewagen brannte das normale Licht. SBB-Angestellte verteilten den Passagieren Wasser.

Die Evakuierung selber erinnert an eine Szene aus dem Hollywood-Blockbuster «Speed». Mit dem Unterschied, dass die Passagiere nicht aus einem fahrenden Bus, sondern aus einem stehenden Zug geführt wurden. «Beim ICE wurde eine Türe geöffnet und über einen Steg gelangten wir in den Evakuierungszug, der mittlerweile eingetroffen war», schildert Leser-Reporter Widmer.

Ursache noch unklar

SBB-Sprecher Daniele Pallecchi spricht gegenüber 20 Minuten Online von einem Standardprozedere für den Fall, dass in einem Tunnel evakuiert werden muss. Der Grund für den Zwischenfall war eine Fahrleitungsstörung, deren Ursache momentan noch unklar ist.

Pallecchi betont, dass die SBB sich bei den Passagieren in aller Form für die Verspätung entschuldige. Selbstverständlich habe man auch «Sorry»-Checks abgegeben, die man bei Verspätungen eines Fernverkehrszugs ab 60 Minuten erhält (10.- Fr. in der 2. Klasse, 15.- in der 1. Klasse).

Störung in der Nacht beheben

Bis zum Betriebsschluss am Donnerstag ist im Bahnverkehr nach Basel noch mit Behinderungen zu rechnen. Die Strecke zwischen Basel und Olten ist nur eingleisig befahrbar. Zwischen Olten und Sissach wurde ein Busersatz eingerichtet. Die Züge von Zürich nach Basel werden über den Bözberg geleitet, jene aus der Westschweiz nach Basel über Biel, und die Züge von Bern nach Basel fahren über die Läufelfinger Linie.

Am Freitagmorgen, so hofft der SBB-Sprecher, sollte der Schienenverkehr im Raum Basel wieder einwandfrei rollen.

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