Aktualisiert 01.02.2011 13:18

SRG-RadiosGefangen in der eigenen Sprache

Die SRG-Radios berichten zwar auf vielfältige Weise aus dem Ausland, der Schweiz oder der eigenen Sprachregion. Doch der Blick über die Sprachgrenzen hinweg wird selten gewagt.

Zu wenig die Sprachregionen berücksichtigt: die SRG-Radios.

Zu wenig die Sprachregionen berücksichtigt: die SRG-Radios.

Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) präsentierte eine Analyse der SRG-Programme. Demnach widmen DRS 1, DRS 2, DRS 3 und La Première von Radio Suisse Romande höchstens vier Prozent ihrer Sendezeit einer anderen Sprachregion, was in der Studie als «ungenügend» bezeichnet wird. Bei Radio Rumantsch und Rete Uno liegt der Anteil dagegen bei rund einem Fünftel respektive einem Siebtel der Sendezeit.

Gute Noten für SRG-Programme

Darüber hinaus stellt die Analyse den SRG-Programmen gute Noten aus. Die Berichterstattung über das politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche, sportliche und kulturelle Geschehen sei vielfältig, heisst es.

Die Programmstruktur sei aber sehr unterschiedlich: La Première hat einen Wortanteil von über 60 Prozent der Sendezeit, DRS 1, DRS 2 und Rete Uno senden immerhin noch mehr als ein Drittel informative Beiträge. Bei Radio Rumantsch beträgt dieser Anteil rund ein Viertel, bei DRS 3 rund ein Sechstel der Sendezeit.

Wenig Schweizer Kultur auf DRS 2

Auch inhaltlich gewichten die Redaktionen unterschiedlich: Während bei DRS 1 politische Themen dominieren, sind es bei DRS 2 und La Première Kultur und Gesellschaft. Schweizer Kultur steht bei DRS 2 jedoch nicht hoch im Kurs: Das Programm widmet ihr nur gerade ein Prozent der Sendezeit in den Informationsbeiträgen.

DRS 3 und Radio Rumantsch setzen Schwerpunkte bei Politik und Gesellschaft, Rete Uno bei Politik, Kultur und Gesellschaft. Wie DRS 3 zeichnet sich das italienischsprachige Programm durch einen beachtlichen Anteil an Sportinformation aus.

Vielfältiges Erscheinungsbild

Positiv vermerkt die Analyse die aufwändigen journalistischen Formen aller untersuchten SRG-Programme, etwa Studiogespräche und Interviews. Das führe zu einem vielfältigen Erscheinungsbild, was dem Publikum beim Einordnen der Ereignisse helfe.

Die Analyse der SRG-Programme wurde Ende März und Anfang April 2009 von einer Forschungsgemeinschaft unter der Leitung des Kilchberger Instituts Publicom durchgeführt. (sda)

Lokalradios unter der Lupe

Acht untersuchte Lokalradios in den Kantonen Bern und Tessin decken ihren Konzessionsauftrag punkto Informationssendungen insgesamt gut ab. Dominierende Themen sind Politik, Sport und Gesellschaft, während Wirtschaft und Kultur weniger Platz eingeräumt wird.

Gemäss einer Analyse widmet Radio BeO der Information am meisten Platz. Zu den Hauptsendezeiten waren es an Werktagen 1 Stunde und 25 Minuten. Neun Minuten weniger waren es bei Radio Canal 3. Beim inzwischen in Energy Bern aufgegangenen Sender BE1 wurden dagegen nur etwa während 40 Minuten Informationen gesendet.

Die Konzession schreibt den Lokalradios vor, während der Hauptsendezeiten in erster Linie relevante lokal-regionale Informationen zu Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und Sport zu senden. Eine Arbeitsgemeinschaft aus Publicom, Università della Svizzera italiana und der Université de Genève hat die Studie im Oktober 2009 im Auftrag des BAKOM erstellt. (sda)

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