Nevada (USA) - Gefangener möchte erschossen statt mit Medikamenten vergiftet werden
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Nevada (USA)Gefangener möchte erschossen statt mit Medikamenten vergiftet werden

Zane Michael Floyd wurde 2000 zum Tode verurteilt. Nun, da der Tag seiner Hinrichtung näher rückt, erhebt er Einspruch.

Möchte erschossen statt vergiftet werden: Mörder Zane Michael Floyd.

Möchte erschossen statt vergiftet werden: Mörder Zane Michael Floyd.

Nevada Department of Corrections 

Darum gehts

  • Zane Michael Floyd erschoss im Jahr 2000 vier Menschen in einem Supermarkt.

  • Dafür wurde Floyd zum Tode verurteilt.

  • Der 45-Jährige hat eine genaue Vorstellung davon, wie er hingerichtet werden möchte.

Ein verurteilter Mörder hat im US-Staat Nevada die Möglichkeit gefordert, von einem Erschiessungskommando hingerichtet zu werden. Die Anwälte von Zane Michael Floyd erklärten, ihr Mandant wolle nicht sterben und erhebe Einspruch gegen den Plan der Behörden, ihn mit einer Kombination aus drei Medikamenten zu töten. Die Hinrichtung könnte für Juni angesetzt werden. Er wäre der erste Verurteilte seit 15 Jahren, der in Nevada hingerichtet wird.

«Das ist keine Hinhaltetaktik», erklärte der Pflichtverteidiger Brad Levenson am Montag. Aber ein Einspruch gegen das Exekutionsprotokoll des Staates verlange von der Verteidigung die Nennung einer alternativen Hinrichtungsmethode. Kopfschüsse seien «die humanste Methode». Die Hinrichtung durch ein Erschiessungskommando führe zu einem schnelleren und weniger schmerzhaften Tod als ein tödliche Injektion, teilten die Anwälte am Freitag in einer Einreichung bei Gericht mit.

Zuletzt 2010 durchgeführt

Drei US-Staaten – Mississippi, Oklahoma und Utah – sowie das US-Militär erlauben eine Hinrichtung durch Erschiessung. Zuletzt wurde diese Methode in den USA 2010 in Utah angewendet. Floyds Anwälte haben einen Bundesrichter in Las Vegas aufgefordert, die Hinrichtung ihres Mandanten auszusetzen, bis die Haftanstalt ein neues Verfahren ausgearbeitet habe, um die Todesstrafe gesetzeskonform zu vollziehen.

Dennoch könnte Floyds Hinrichtung schon in der Woche des 7. Juni vollzogen werden, wenn die Staatsanwaltschaft einen entsprechenden Antrag vorlegt. Der 45-Jährige wurde 2000 schuldig gesprochen, ein Jahr zuvor in einem Supermarkt in Las Vegas vier Menschen erschossen zu haben. Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte es ab, sich mit seinem Fall zu beschäftigen. Floyd will nach Angaben seines Anwalts am 22. Juni eine Begnadigung beim zuständigen Ausschuss beantragen. In Nevada warten derzeit 72 zum Tode verurteilte Männer auf ihre Hinrichtung.

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Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

(dpa/her)

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