Ungeklärte Tötungsdelikte: Gefesselt und erstochen in Keller des Zoos gefunden
Aktualisiert

Ungeklärte TötungsdelikteGefesselt und erstochen in Keller des Zoos gefunden

Die Kapo Thurgau veröffentlicht ungeklärte Tötungsdelikte auf ihrer Website. Die St. Galler Kollegen tun nichts dergleichen – was aber nicht heisst, dass sie alle Fälle klären konnten.

von
taw
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In den letzten 25 Jahren gab es laut Krüsi in Kanton St. Gallen sechs eindeutige Tötungsdelikte, bei denen bis heute der Täter fehlt. Das bekannteste ist wohl der Zoo-Mord von Bad Ragaz.

In den letzten 25 Jahren gab es laut Krüsi in Kanton St. Gallen sechs eindeutige Tötungsdelikte, bei denen bis heute der Täter fehlt. Das bekannteste ist wohl der Zoo-Mord von Bad Ragaz.

Screenshot TVO
Im September 2012 wurde im Keller des Zoo-Restaurants die Leiche des 46-jährigen Deutschen Harry L. gefunden. Er war gefesselt und erstochen worden. Noch immer weiss man nicht, wer den Metzger umgebracht hat.

Im September 2012 wurde im Keller des Zoo-Restaurants die Leiche des 46-jährigen Deutschen Harry L. gefunden. Er war gefesselt und erstochen worden. Noch immer weiss man nicht, wer den Metzger umgebracht hat.

badragaz.ch
Kapo-Sprecher Hanspeter Krüsi weist darauf hin, dass ein Tötungsdelikt nicht immer als solches zu erkennen ist. Als Beispiel nennt er den Brand in der Sonne Oberriet SG.

Kapo-Sprecher Hanspeter Krüsi weist darauf hin, dass ein Tötungsdelikt nicht immer als solches zu erkennen ist. Als Beispiel nennt er den Brand in der Sonne Oberriet SG.

Kantonspolizei St. Gallen

Anders als bei den Thurgauer Kollegen sind auf der Website der Kantonspolizei St. Gallen nur vermisste Personen und Fahndungsaufrufe aufgeführt. Eine Liste mit ungeklärten Tötungsdelikten fehlt. Sprecher Hanspeter Krüsi erklärt: «In einem aktuellen Fall fahnden wir sehr intensiv und involvieren die Öffentlichkeit aktiv, doch Jahre später bringt es aus unserer Sicht nichts, wenn wir die ungeklärten Fälle online auflisten.»

Hinweise nehme man natürlich trotzdem entgegen, selbst wenn der Fall verjährt ist. In den letzten 25 Jahren gab es laut Krüsi im Kanton St. Gallen sechs eindeutige Tötungsdelikte, bei denen bis heute der Täter fehlt. Das bekannteste ist wohl der Zoo-Mord von Bad Ragaz: Im September 2012 wurde im Keller des Zoo-Restaurants die Leiche des 46-jährigen Deutschen Harry L. gefunden. Er war gefesselt und erstochen worden. Noch immer weiss man nicht, wer den Metzger umgebracht hat.

Wieso eindeutige Tötungsdelikte?

Krüsi weist darauf hin, dass ein Tötungsdelikt nicht immer als solches zu erkennen ist – oder etwas salopper formuliert: dass eine Leiche noch keinen Mord macht.

Er nennt den Brand im Restaurant Sonne Oberriet SG als Beispiel. Im Oktober 2018 kamen dort bei einem Feuer zwei Personen ums Leben. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, doch der Täter ist noch nicht ermittelt. Hat dieser das Feuer absichtlich gelegt, um die Personen zu töten? Dann wäre es ein Tötungsdelikt. Nur kann man das ohne Täter zum jetzigen Zeitpunkt nicht wissen.

«In einem anderen Fall fanden wir eine Leiche im Wald unter Ästen begraben», so Krüsi. Die Untersuchung ergab, dass die Todesursache eine Überdosis Kokain war. Doch hatte die Person die Drogen selbst genommen oder wurden sie ihr verabreicht? Und wie kam sie in den Wald? Krüsi: «Wir wissen es nicht und somit auch nicht, ob ein Tötungsdelikt ausgeschlossen werden kann.»

Mord verjährt in der Schweiz

Gemäss Artikel 97 StGB verjährt die Strafverfolgung bei Straftaten nach 30 Jahren, wenn die für die Tat angedrohte Höchststrafe lebenslänglich ist. Bei einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren nach 15 Jahren und bei einer Freiheitsstrafe von drei Jahren nach 10 Jahren. Sieben Jahre sind es, wenn die Tat mit einer anderen Strafe bedroht ist. Nicht verjähren in der Schweiz können sexuelle Handlungen mit Kindern unter 12 Jahren, Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und qualifizierte terroristische Handlungen. In den Nachbarländern Deutschland und Österreich verjährt Mord nicht.

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