Indien geschockt: Gefoltertes Hausmädchen (15) befreit
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Indien geschocktGefoltertes Hausmädchen (15) befreit

Eine 15-jährige Haushilfe wurde von ihrer Dienstherrin misshandelt. Sie liegt schwer verletzt im Spital, während Indien einmal mehr über Misshandlung von Hausangestellten diskutiert.

von
kub

Gequält und gedemütigt – der Anblick des Teenagers ist grauenvoll. Ihr Gesicht ist zerschnitten, angeschwollen. Angestellte einer Anti-Menschenhandel-Organisation haben die junge Frau befreit, nachdem Nachbarn sie schreien und weinen gehört hatten. Als ihre Befreier sie fanden, lag sie nackt auf dem Flur des Apartments. Ihr Alter wird auf 15 Jahre geschätzt. Die Polizei glaubt, sie sei 18 Jahre alt.

Die junge Frau kam vor einem Jahr aus Jharkhand nach Delhi, um hier zu arbeiten. Ihre Tante brachte sie in die Metropole – ein Schicksal, das Millionen von Frauen und Kinder widerfährt. Sowohl Frauen, Buben wie Mädchen, aus armen Familien kommend, suchen ihr Auskommen in den Häusern reicher Stadtbewohner. Oft kommt es dort zu sexuellen Übergriffen, Misshandlungen, Ausnützung seitens der Hausherren. Im vergangenen Jahr hat die Polizei ein Ärzteehepaar verhaftet, das eine 13-jährige Angestellte in Delhi im Haus eingeschlossen hatte, als sie nach Thailand in die Ferien flogen.

«Schrecklich und barbarisch»

Der jüngste Fall schockt die Bewohner von Delhi. Das Mädchen arbeitete seit einem Jahr im schicken Quartier im Süden Delhi, schreibt NDTV. Die Anti-Menschenhandel-Aktivistin Rishi Kant ist entsetzt. Gegenüber BBC sagt sie: «In all den Jahren, in denen ich Kinder aus schrecklichen Haushalten befreit habe, habe ich so geballte Gewalt noch nie gesehen.» Das Mädchen habe schlimmste Kopfverletzungen, ihr Körper sei mit Bisswunden, womöglich von Hunden, übersät. «Aus Angst vor Infektionen eilten wir sofort ins Spital», sagte Kant, die auch über die Nachbarn erstaunt ist, die angeblich das Schreien und Weinen des Mädchens schon seit längerer Zeit hörten, aber nichts unternahmen.

Die 50-jährige Hausbesitzerin, die zusammen mit ihrer 85-jährigen Mutter in einem noblen Apartment wohnt, wurde verhaftet. Sie wird der schweren Körperverletzung und Sklaverei beschuldigt. Laut ersten Erkenntnissen wurde die Magd täglich geschlagen. Offenbar wurde der Teenager auch mit einer spitzen Waffe gequält, sagte die Polizei in Delhi.

Unterdessen hat sich auch Delhis Ministerin für Frau- und Kinderentwicklung, Kiran Walia, gemeldet. «Es ist schrecklich und barbarisch», sprach sie den Reportern ins Mikrofon, nachdem sie das Opfer im Spital besucht hatte. Sie versprach, die Schuldigen schnell vor Gericht zu bringen. Die Spitalkosten des Teenagers übernehme der Staat, so die Ministerin. Ein sehr kleiner Trost.

(YouTube/News24)

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