Aktualisiert 09.03.2020 23:09

SP-VorstossGefordert werden gratis Tampons und Binden

In öffentlichen Einrichtungen im Kanton Luzern sollen Hygieneartikel für Frauen gratis angeboten werden. Damit solle «eine Ungerechtigkeit» beseitigt werden.

von
Daniela Gigor
1 / 10
SP-Kantonsrätin Melanie Setz Isenegger hat den Vorstoss eingereicht...

SP-Kantonsrätin Melanie Setz Isenegger hat den Vorstoss eingereicht...

Melanie Setz Isenegger
Unterstützt wird sie von ihrem Parteikollegen Hasan Candan.

Unterstützt wird sie von ihrem Parteikollegen Hasan Candan.

Candan Hasan
Die beiden SP-Kantonsräte fordern, dass im Kanton Luzern in öffentlichen WCs und in Bildungsinstitutionen gratis Tampons und Binden erhältlich sein sollen.

Die beiden SP-Kantonsräte fordern, dass im Kanton Luzern in öffentlichen WCs und in Bildungsinstitutionen gratis Tampons und Binden erhältlich sein sollen.

Keystone/Alexandra wey

Die SP des Kantons Luzern fordert in einem Vorstoss, dass Tampons und Binden auf allen Toiletten der öffentlichen Einrichtungen bereitgestellt werden. Dies beinhaltet besonders auch alle Bildungsinstitutionen. Die SP begründet ihren Vorstoss damit, dass schliesslich auch Toilettenpapier zur Verfügung steht und dass es sich bei Hygieneartikeln für Frauen um ein Grundbedürfnis handelt.

«Frauen können es sich nicht aussuchen, ob sie die Regelblutung haben möchten oder nicht», schreibt die SP in ihrer Mitteilung vom Montag. Würden Tampons und Binden durch die öffentliche Hand bereit gestellt, würde dies eine alltägliche aber wenig diskutierte Ungerechtigkeit beseitigen. Dazu schreibt die SP: «Die wiederkehrenden Kosten für Tampons und Binden können ganz schön ins Geld gehen: eine Frau menstruiert während ihres Lebens rund 450-mal. Zudem unterliegen diese Hygieneartikel aktuell noch immer dem höheren Mehrwertsteuersatz von 7,7 Prozent.»

In Schottland sind diese Artikel seit 2018 gratis

SP-Kantonsrätin Melanie Setz Isenegger sagt, wie sie und Mitunterzeichner Hasan Candan auf die Idee gekommen sind: «Ein ähnlicher Vorstoss wurde im Kanton Bern eingereicht und ausserdem wurde diese Thematik auch in anderen Ländern wie etwa in Schottland bereits umgesetzt.» In Schottland gibt es seit 2018 an Schulen und Universitäten kostenlose Tampons und Binden, wie die NZZ berichtete. Setz ist auch der Meinung, dass es sich auf Mädchen positiv auswirken könnte, wenn Binden und Tampons öffentlich vorhanden wären, weil dann das Thema Menstruation und die damit nötigen Hygieneartikel normal würden.

Setz ist sich bewusst, dass die Umsetzung nicht ganz einfach werden dürfte. Denn Tampons und Binden gibt es in verschiedenen Grössen und dies würde bedeuten, dass es eine Auswahl geben müsste: «Die genaue Umsetzung müsste noch konkret angesehen werden.» Würden Binden und Tampons in öffentlichen Einrichtungen angeboten, könnte es aber ein äusserst peinliches Gefühl verhindern. Nämlich jenes, wenn sich die Tage plötzlich unverhofft einstellten und Frau auf die Suche nach dem Hygieneartikel gehen müsse, weil zufällig keiner in der Tasche zu finden sei.

Zentralschweiz-Push

Wenn Sie in der 20-Minuten-App auf Ihrem Smartphone die Benachrichtigungen des Zentralschweiz-Kanals abonnieren, werden Sie regelmässig über Breaking News aus Ihrer Region informiert. Hier können Sie den Zentralschweiz-Push von 20 Minuten abonnieren. (funktioniert in der App)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.