Aktualisiert 24.05.2007 21:36

Geführte Gewalt-Rundgänge durch die Stadt St. Gallen

Immer öfter reagieren Menschen auf Aggressivität und Gewalt in der Öffentlichkeit ratlos oder gar teilnahmslos. Nun will das Jugendsekretariat St. Gallen aufrütteln.

Eine Schlägerei in einem Restaurant, Vandalen im Stadtpark oder ein im Bus bedrängtes Mädchen: Dies sind Situationen in der Öffentlichkeit St. Gallens, die leider fast schon zum Alltag gehören. «Bei unserem Job am Wochenende und am Abend draussen bei den Jugendlichen, werden wir immer wieder mit solchen Vorfällen konfrontiert», sagt Bea Hutter, Sozialpädagogin vom Jugendarbeit-Zentrum. Oft wüsste nicht einmal sie, wie sie darauf reagieren soll.

Eine Studie der Schweizerischen Gesellschaft für praktische Sozialforschung Zürich (GFS) hat aufgezeigt: Menschen reagieren bei Aggressionen und Gewalt zunehmend ratlos oder schauen gar weg. Das Jugendsekretariat der Stadt St. Gallen führt darum nächste Woche sechs

so genannte «StattGewalt-Rundgänge» durch: «Auf drei Schauplätzen in St. Gallen werden vier Schauspieler Gewaltszenen möglichst real nachspielen», so Hutter.

Die Teilnehmer können sich einmischen, Interventionsmöglichkeiten ausprobieren und ihr Verhalten in solchen Situationen trainieren. Rund 50 Personen haben sich bereits angemeldet. Ein Rundgang dauert 90 Minuten.

Felix Burch

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