Krawalle in Hamburg: Gegen 51 Chaoten wird ein Verfahren eingeleitet
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Krawalle in HamburgGegen 51 Chaoten wird ein Verfahren eingeleitet

Die Haftrichter haben für 51 Chaoten U-Haft angeordnet. Ihnen wird versuchter Mord, schwerer Landfriedensbruch oder gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

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ann
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Die Kantonspolizei Aargau durchsucht am Dienstag in den frühen Morgenstunden das Kulturzentrum Bremgarten (KuZeB).

Die Kantonspolizei Aargau durchsucht am Dienstag in den frühen Morgenstunden das Kulturzentrum Bremgarten (KuZeB).

Foto: Aargauer Zeitung
In Hamburg sitzen nach den Krawallen 51 Verdächtige in Untersuchungshaft, darunter mindestens ein Schweizer: Radikale Demonstranten am Freitag in Hamburg. (7. Juli 2017) Bild: Thomas Lohnes/Getty

In Hamburg sitzen nach den Krawallen 51 Verdächtige in Untersuchungshaft, darunter mindestens ein Schweizer: Radikale Demonstranten am Freitag in Hamburg. (7. Juli 2017) Bild: Thomas Lohnes/Getty

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«Sie sind verachtenswerte gewalttätige Extremisten, genauso, wie Neonazis das sind und islamistische Terroristen»: Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach am Montag in Berlin über die Krawalle. (10. Juli 2017)

«Sie sind verachtenswerte gewalttätige Extremisten, genauso, wie Neonazis das sind und islamistische Terroristen»: Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach am Montag in Berlin über die Krawalle. (10. Juli 2017)

Keystone/Felipe Trueba/EPA

Über 90 Chaoten hat die Hamburger Polizei festgenommen gegen die in den letzten Tagen strafprozessuale Massnahmen geprüft wurden. 85 von ihnen wurden den Haftrichtern vorgeführt. Diese ordneten laut Hamburger Staatsanwaltschaft in 51 Fällen eine Untersuchungshaft an. Darunter befindet sich mindestens ein Schweizer. Dabei geht es um so schwere Delikte wie versuchter Mord, schwerer Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung oder Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Dem Schweizer werden Widerstand gegen die Staatsgewalt und versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, wie Sprecherin Nana Frombach von der Hamburger Staatsanwaltschaft sagt.

Bis zu zehn Jahre für gefährliche Körperverletzung

Kann man ihm diese Straftaten nachweisen, kommt der Beschuldigte wohl nicht so schnell wieder zurück in die Schweiz. Denn: Allein schon der Widerstand gegen die Staatsgewalt wird in Deutschland mit bis zu drei Jahren Haft bestraft. Dabei muss der Beschuldigte sich nicht einmal körperlich gewehrt haben, eine Drohung gegen die Vornahme einer Diensthandlung genügt.

Dem Schweizer wird aber zudem noch gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Von gefährlicher Körperverletzung redet man gemäss deutschem Strafgesetzbuch beim Werfen von Steinen oder einer Körperverletzung mit einem anderen gefährlichen Gegenstand oder einer Waffe. Diese Straftat wird mit mindestens sechs Monaten und maximal zehn Jahren Haft bestraft.

Vorwiegend männliche Beschuldigte unter 30

Die deutsche Polizei hat gegen einen Gegen einen 27-jährigen Deutschen einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen. Dem Mann wird vorgeworfen den Piloten eines Polizeihelikopters mit einem Laser gezielt und stark geblendet zu haben.

Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um überwiegend männliche Beschuldigte unter 30. Nebst zahlreichen Deutschen befinden sich auch Staatsbürger aus Frankreich, Italien, Spanien, Russland, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich in Haft.

Neun Schweizer festgesetzt – gegen einen wird ermittelt

Insgesamt befanden sich zu Anfang neun Schweizer in Haft. Darunter waren vier Personen, die nur in Gewahrsam genommen worden waren. Das heisst, sie wurden aus Sicherheitsgründen in die Gefangenensammelstelle Harburg gebracht, weil man sie als gefährlich einstufte. Sie wurden schon am Sonntag mit einem Platzverweis wieder freigelassen. Fünf weitere Schweizer wurden festgenommen. Mindestens zwei von ihnen wurden dem Haftrichter vorgeführt. Gegen einen wird nun ermittelt.

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