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Lärm-PräventionskampagneGegen Autoposer – Schaffhauser Polizei provoziert mit «Loser-Plakaten»

«Auto Poser = Lauter Loser» oder «Auto Poser, nein danke». Solche Plakate hängen seit etwa zehn Tagen in der Stadt Schaffhausen. Mit der Präventionskampagne will die Schaffhauser Polizei gegen Autoposer vorgehen, die mit ihren Fahrzeugen Lärm machen. Die Plakate sollen bewusst provozieren.

«Ich habe das Gefühl, das ist wie so ein Balzverhalten. Sie müssen jetzt Lärm machen, sie wollen auf sich aufmerksam machen», sagt Martin Tanner, Chef bei der Verkehrspolizei Schaffhausen gegenüber 20 Minuten. Autoliebhaber wie Arlin empfinden die provokanten Aussagen als beleidigend und taktlos. Autos sind seine grosse Leidenschaft. Den 20-Jährigen stört, dass durch die Kampagne alle Autoliebhaber als Autoposer abgestempelt würden. Lärm mache Arlind keinen. Aber er kenne schon Personen, die gerne den Auspuff knattern lassen. Er glaubt, die Kampagne sei kontraproduktiv, denn die Autoposer würden sich dadurch nur angestachelt fühlen und erst recht aufdrehen. Der 28-jährige Doni findet die Kampagne merkwürdig und ungenau: «Aber was genau gemeint ist mit Autoposer, verstehe ich gar nicht. Ich weiss nicht, was mit Autoposer gemeint ist», rätselt er.

Dem Präsidenten der Grünen Schaffhausen fehlt der Lösungsansatz bei dieser Kampagne. Vor allem stört ihn das Symbol der Sonne auf den Plakaten, das dem Zeichen der Anti-Atomkraft-Bewegung ähnelt. Laut Martin Tanner ist die Verwendung der Sonne rechtlich in Ordnung. Ob es an die Anti-Atomkraft-Sonne erinnere oder nicht, Hauptsache für die Polizei ist: Es fällt auf.   

(Team Video News)

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