Mathias Seger : «Gegen den EV Zug sind wir die Aussenseiter»
Aktualisiert

Mathias Seger «Gegen den EV Zug sind wir die Aussenseiter»

Kultfigur Mathias Seger steht vor dem letzten Playoff. Im Interview mit 20 Minuten spricht der 40-Jährige über seine Emotionen und den Formzustand seiner ZSC Lions.

von
Marcel Allemann

ZSC-Kultfigur Mathias Seger steht vor den letzten Playoffs seiner Karriere.

Mathias Seger, das wird das letzte Playoff Ihrer grossen Karriere. Sind Sie sich dessen bewusst?

Ja, das ist mir schon bewusst. Aber allzu viel denke ich nicht daran. Wir freuen uns, dass nun das Playoff beginnt. Alles andere, also auch Gedanken ans Ende, wäre fehl am Platz.

Im ungünstigsten Fall kann das Ende sehr rasch kommen, im günstigsten Fall erst Ende April. Das muss eine spezielle Situation für Sie sein.

Das ist immer so im Playoff und für die anderen Spieler genauso. Unser Ziel ist es natürlich, so lange wie möglich dabeizubleiben.

Wenn man die letzten Spiele gesehen hat, bestehen grosse Zweifel, dass die ZSC Lions lange dabei sein werden. Haben Sie Gegenargumente?

Es ist uns klar, dass unsere letzten Spiele nicht optimal waren und dass wir in der Qualifikation nicht die perfekte Position herausgespielt haben. Wir sind nun Aussenseiter in einer Serie gegen Zug, haben dadurch keinen Druck und können frei aufspielen. Das werden wir auch versuchen und dann sehen wir, was dabei herauskommen wird.

Nochmals zurück zu Ihrem bevorstehenden Abschied. Sind Sie wirklich bereit abzutreten oder würden Sie nicht lieber nochmals eine Saison anhängen?

Ich liebe das Eishockeyspielen und konnte es nun in dieser Saison nochmals geniessen, das war genial. Ich bin sehr froh, dass ich nochmals ein Jahr dabei war. Aber ich habe schon letzte Saison beschlossen, dass dies meine letzte Saison wird, daher läuft dieser Abschiedsprozess nun schon über die gesamte laufende Saison. Die Sache ist klar, ich mache mir keine Gedanken mehr darüber, ob ich noch irgendwo weiterspielen möchte.

Haben Sie eine Vorstellung davon, wie das sein wird, wenn dann wirklich Schluss ist? Wird das sehr emotional für Sie und vielleicht verdrücken Sie auch die eine oder andere Träne?

Das ist schwer zu sagen. Wie gesagt, ich konnte mich nun ein Jahr darauf vorbereiten und ich darf auf eine schöne und lange Karriere zurückblicken. Ich glaube schon, dass der Abschied sehr emotional sein wird, aber wie das dann im Detail genau aussehen wird, kann ich nicht abschätzen.

Die Mannschaft der ZSC Lions gibt in dieser Saison bei den Medien und Fans Rätsel auf. Bei Ihnen selbst auch?

Rätsel nicht, das ist etwas übertrieben. Aber es ist sicher richtig, dass wir in dieser Saison nicht allzu konstant waren. Schlussendlich beginnt nun jedoch das Playoff, es fängt für alle wieder bei null an und wir haben die Chance, etwas zu erreichen. Wir wissen, dass dies gegen Zug enorm schwierig wird, das ist eine sehr kompakte Mannschaft, aber trotzdem haben wir eine Chance und versuchen diese natürlich zu packen.

Wenn Sie den Groove der aktuellen Mannschaft mit dem Groove von früheren, erfolgreichen ZSC-Meistermannschaften vergleichen, zu welchen Erkenntnissen kommen Sie?

Das ist in einer Qualifikationsphase immer schwer zu beurteilen. Dieser Groove, den Sie beschreiben, muss und kann sich erst im Playoff entwickeln. Deshalb ist es wichtig, dass wir gut starten und dann wird in der Mannschaft auch eine Entwicklung stattfinden. Im Playoff rückt die Mannschaft noch näher zusammen und entwickelt einen Groove. Aber den findet man nur über die Leistung auf dem Eis und diese müssen wir nun abrufen.

Ihre persönliche Saison gestaltete sich zu Beginn schwierig. Sie erhielten kaum Eiszeit, waren teils auch überzählig und dann auch noch verletzt. Doch seit der Verletzungspause läuft es besser. Weshalb?

Ich war noch nie ein Frühstarter. Ich hoffe aber schon, dass ich mit meiner Leistung zeigen konnte, dass ich den Vertrag für diese Saison verdient habe. Mit all dem Verletzungspech, das wir in den letzten Monaten hatten, war es wohl auch okay, dass wir ein etwas breiteres Kader hatten, ich noch da bin und helfen kann.

Sind Sie ein Profiteur des Trainerwechsels? Denn Hans Wallson wollte Sie ja eigentlich nicht mehr.

Bei einem Trainerwechsel gibt es immer einige, die mehr profitieren und einige, die weniger profitieren, denn es fängt für alle wieder bei null an. Ja, vielleicht ist es schon so, dass ich durch den Trainerwechsel nochmals eine Chance bekam.

Wie sehen Sie Ihre Rolle im Playoff?

Meine Hauptrolle ist, dass ich meinen Job auf dem Eis mache und ein solides Spiel zeige. Daneben bin ich aber sicher auch einer, der die Mannschaft ein wenig zu pushen versucht und seine Erfahrung einbringt. Wo es mich braucht, da werde ich sein.

Was werden Sie tun, wenn dies alles vorbei ist?

Im Sommer gehe ich mit der Familie für drei Monate weg.

Und danach?

Das weiss ich noch nicht. Mal sehen, wie ich mich nach drei Monaten Ferien fühle. Vorstellen kann ich mir vieles.

Deine Meinung