Chancenlos gegen USA: Zwei unglückliche Gegentreffer und ein Verletzter – Nati scheitert im WM-Viertelfinal

Chancenlos gegen USAZwei unglückliche Gegentreffer und ein Verletzter – Nati scheitert im WM-Viertelfinal

Immer und immer wieder liefen die Schweizer an, aber ein Tor wollte gegen die USA nicht gelingen. Das 0:3 bedeutet das WM-Aus der Nati.

von
Dominik Mani
Adrian Hunziker
(aus Helsinki)
Schweiz
0 : 3
USA
Nati kassiert unglücklichen Gegentreffer

Das 2:0 der Amerikaner ist ein Glücksgoal. (Video: SRF)

Das gabs selten: Die Nati war im Viertelfinal der Favorit, die USA der Aussenseiter. Den letzten WM-Sieg gegen denselben Gegner fuhren die Schweizer im Halbfinal 2013 ein, damals gabs ein 3:0, danach holte die Nati WM-Silber. Die weiteren WM-Duelle gegen die US-Amerikaner in den letzten Jahren sind ernüchternd: 2014 verlor die Nati 2:3 in der Gruppenphase, 2015 1:3 im Viertelfinal. Die Schweiz hatte also noch eine Rechnung offen.

Obwohl die Nati das beste Team der Vorrunde war und die USA ihre Mühe hatten, war der Respekt vor dem Gegner gross. Trainer Patrick Fischer zog den Hut vor den US-Amerikanern, dieses Land habe in den letzten Jahren unglaubliche Spieler hervorgebracht. «Sie haben eine junge Mannschaft, aber die können alle Hockey spielen, sie sind schnell. Die Amerikaner haben die richtige Einstellung, die lieben diese K.o.-Spiele.» Der 46-Jährige fügte an: «Bis jetzt hatte noch jede Mannschaft Mühe mit unserem Speed. Ich bin sicher, dass das auch bei den Amerikanern der Fall sein wird.»

Corvi schied verletzt aus

Ja, die Nati legte gleich mit Speed los, die USA konnten in den ersten Minuten gut mithalten, es gestaltete sich ein ausgeglichenes Spiel, mit leichten Schweizer Vorteilen. Nach elf Minuten musste Timo Meier wegen Beinstellens auf die Strafbank. Prompt konnten die Amerikaner die Überzahl nutzen und gingen in Führung. Da war aber viel Pech dabei, Calvin Thürkauf beförderte die Scheibe mit dem Schlittschuh ins eigene Tor. Nach einem Check in der 14. Minute musste Enzo Corvi blutend vom Eis, er kehrte nicht mehr zurück, eine Strafe gab es dafür keine. Die Schweizer schienen etwas eingeschüchtert, die Amerikaner waren aufsässig. So erstaunte es nicht, erhöhten die USA nach einem Konter in der 17. Minute auf 2:0. Auch dieses Tor kam mit viel Glück zustande: Dominik Egli und Goalie Leonardo Genoni waren sich nicht einig, Adam Gaudette profitierte.

Ins Mitteldrittel startete die Nati gleich mit einem Ausrufezeichen: Meier traf den Pfosten nach wenigen Sekunden. Auch im ersten Powerplay wollte die Scheibe nicht rein, die Schweizer rannten an, aber sie scheiterten ein ums andere Mal, der Puck wollte einfach nicht rein. Auch Genoni musste immer wieder auf der Hut sein und einige Paraden zeigen.

Das 3:0 machte alles klar

Mit demselben Score ging es ins Schlussdrittel, die Schweizer brauchten dringend Tore, sie rannten weiter ergebnislos an. Die Konter der Amerikaner blieben weiter gefährlich, es war Genoni zu verdanken, dass es nicht schon 0:3 stand. Da die Nati aber kein Mittel fand, kam es, wie es kommen musste: Die USA erhöhten in der 55. Minute auf 3:0. Das war die definitive Entscheidung, die Nati reist am Freitag zurück in die Heimat – ohne angestrebte Medaille.

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Das wars von uns!

Vielen herzlichen Dank fürs Mitlesen. Leider wollte es heute nicht sein. Wir wünschen einen schönen Abend und eine gute Nacht.

«Heute war es ein Krampf»

«Ja es ist sehr bitter. Wir haben alles versucht, doch ihr Torhüter hat heute alles abgewehrt», fasst Meier die Partie bei SRF zusammen.

Man sei die klar bessere Mannschaft gewesen, doch wenn man die Tore nicht erziele, verliere man solche Partien, so Meier weiter.

«Diese Niederlage wird sehr lange weh tun», sagt Meier sichtlich enttäuscht.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Eine Niederlage, die schmerzt

Man hat dieser Mannschaft so viel zugetraut, doch heute wollte es einfach nicht klappen.

Das wars! Die Schweiz verliert mit 0:3 und scheidet im Viertelfinale aus.

60'

USA trifft zweimal nur die Torumrandung

Die Amerikaner versuchen den Empty-netter aus der eigenen Zone. Zweimal scheitern die US-Boys am Pfosten. Das Glück kommt ein wenig zu spät für die Schweizer.

59'

Herzog zu spät vor dem Tor

Hischier geht in den Abschluss und hofft auf einen Ablenker, doch Fabrice Herzog ist zu spät vor dem Tor und kann nicht mehr ablenken.

59'

Timeout der Schweiz

Patrick Fischer nimmt sein Timeout 102 Sekunden vor Schluss. Genoni bleibt draussen. Jetzt ein Tor und dann ist alles möglich!

58'

Meier scheitert ein weiteres Mal

Timo Meier kommt nochmals zum Abschluss aus guter Position, doch er verzieht aus nächster Nähe.

57'

Noch drei Minuten

Der Nati bleiben noch 180 Sekunden, um drei Tore zu erzielen. Doch die Eidgenossen kommen zu keinen Chancen, das obwohl Genoni seit Minuten sein Tor verlassen hat.

57'

War das 0:3 der Genickbruch?

56'

Nati kann sich nicht festsetzen

Obwohl Genoni draussen ist und die Nati ein Mann mehr auf dem Eis ist, kommen sie nicht in die Zone der Amerikaner. Defensiv stehen die US-Amerikaner hervorragend und lassen in diesem Drittel so gut wie nichts zu.

55'

Fischer nutzt Power-break aus

Patrick Fischer will seine Mannen nochmals einschwören! Genoni bleibt draussen.

54'

0 : 3

Das wars dann wohl. Ein einziger Angriff reicht den Amerikanern, um den Sack zuzumachen. Karson Kuhlman fährt in die Zone, Fora legt sich aufs Eis, um den Pass zu blocken. Doch der Amerikaner kann die Blockade umfahren und hinüberlegen. Dort steht Ben Meyers alleine und kann einschieben.

54'

Kukan mit gutem Abschluss

Nach einem guten Querpass kommt Dean Kukan zum Abschluss. Für einmal verliert Swayman die Übersicht, doch die Schweizer können davon nicht profitieren.

53'

Herzog mit Abschluss

Fabrice Herzog kommt an der offensiven blauen Linie an die Scheibe und fackelt nicht lange. Seinen Schuss kann Swayman aber abwehren.

50'

Noch zehn Minuten!

Langsam aber sicher wäre ein Treffer gut fürs Nervenkostüm der Schweizer. Die Nati ist bemüht, doch im dritten Drittel fehlen noch die ganz grossen Chancen.

Corvi mit Gehirnerschütterung

Nach dem Check im ersten Drittel ist Enzo Corvi für den Rest der Partie ausgefallen. So wie es aussieht, hat er sich eine Gehirnerschütterung zugezogen. Wir wünschen gute Besserung!

48'

Meier versuchts alleine

Timo Meier nimmt sich an der Mittellinie die Scheibe und zieht los. Er kommt bis zum Tor, doch scheitert einmal mehr an Swayman. Geisser wäre freigestanden, ein Zuspiel auf den Verteidiger wäre wohl die bessere Lösung gewesen.

47'

Fora lenkt Scheibe übers Plexi

Nate Schmidt fährt in Richtung Tor von Genoni, seinen Schuss mit der Backhand kann Fora ablenken. Der Puck fliegt übers Plexiglas, nun geht es mit Bully vor Genoni weiter.

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