Publiziert

Eishockey-NatiGegen die Kanada-Stars nur mit halber Kraft?

Für die Viertelfinals brauchen wir Punkte. Doch gegen wen holen? Gegen Kanada wird es fast unmöglich. Also gegen Finnland und/oder Tschechien.

von
Marcel Allemann
Paris
1 / 6
Jubelnde Schweizer: Torschütze Andres Ambühl (kniend) wird nach dem 2:0 von Joel Genazzi gefeiert.

Jubelnde Schweizer: Torschütze Andres Ambühl (kniend) wird nach dem 2:0 von Joel Genazzi gefeiert.

Keystone/Petr David Josek
Bereits im ersten Drittel bringt Reto Schäppi die Schweiz dank diesem Abstauber in Führung.

Bereits im ersten Drittel bringt Reto Schäppi die Schweiz dank diesem Abstauber in Führung.

AFP/Thomas Samson
Die Schweizer kontrollieren die Partie und müssen nur selten einstecken wie hier Damien Brunner.

Die Schweizer kontrollieren die Partie und müssen nur selten einstecken wie hier Damien Brunner.

Keystone/Petr David Josek

Wie viele Punkte die Nati noch braucht, um nach 2015 wieder in die Viertelfinals einzuziehen, ist nicht klar. Ihre aktuellen 9 Zähler dürften indes kaum reichen. Um sicher in die K.-o.-Phase einzuziehen, benötigt die Schweiz vier Punkte, wahrscheinlich reichen aber auch weniger. Kanada, Finnland und Tschechien sind die drei verbleibenden Gegner. Drei Grosse also. Aber mit einer unterschiedlichen DNA.

Finnland mit Problemen

Der nächste Gegner Kanada ist trotz des knorzigen 3:2-Sieges am Donnerstag gegen Frankreich die Übermannschaft schlechthin in unserer Gruppe. Schnell, unfassbar talentiert und vor dem Tor eiskalt. Bei der 1:4-Niederlage beim letzten WM-Vorbereitungsspiel gegen diese NHL-Stars waren wir völlig chancenlos – seither sind sie bestimmt nicht schlechter geworden.

Da sind die Erfolgsaussichten gegen Tschechien und vor allem gegen das durch das Turnier stolpernde Finnland deutlich besser. Die Finnen stellen in Paris ein für ihre Verhältnisse bescheidenes Team, unterlagen unter anderem Frankreich mit 1:5, kamen gegen Weissrussland nur zu einem 3:2-Zittersieg und mussten auch beim 5:2 gegen Slowenien lange leiden (2:2 bis zur 50. Minuten).

«Wenn wir alles richtig machen und das nötige Glück haben ...»

Also sollte die Nati das Kanada-Spiel nicht besser fahren lassen, die Kräfte bündeln, um danach mit Vollpower gegen die Finnen und die Tschechen bestehen zu können? Denn man darf nicht vergessen, es sind unsere Spiele Nummer 5, 6 und 7 innert 11 Tagen sein werden und langsam, aber sicher wird auch der Krafthaushalt zum Faktor.

Nationaltrainer Patrick Fischer weiss auch, dass die Erfolgsaussichten gegen Finnland und Tschechien grösser sind, und hat das in den letzten Tagen auch immer wieder betont. Aber davon, gegen Kanada die weisse Fahne zu hissen, will er trotzdem nichts wissen: «Das könnte man tun, wenn man eine falsche Einstellung hat. Aber die haben wir nicht.» Es liege auch gegen Kanada etwas drin, «wenn wir alles richtig machen und das nötige Glück haben, können wir auch dieses Spiel gewinnen».

Es braucht das beste Länderspiel seit 2013

Was für den Nati-Coach in den Spielen gegen die Grossen zentral ist, ist die Spielweise. Hier liessen sich im Vergleich zu den bisherigen Spielen noch Verbesserungen anbringen. «Hinten lassen wir wenig zu, im Offensivspiel können wir uns steigern. Wir müssen beim Forechecken bessere Entscheidungen treffen und bei unseren Chancen mehr Druck aufs Tor bringen. Wir sind zu wenig vor den Augen des Torhüters», bemängelt Fischer.

Um am Samstagabend gegen Kanada beim gegnerischen Torhüter vor die Augen zu kommen, ist ein Sondereffort nötig. Und für einen Sieg braucht es wohl das beste Länderspiel der Schweiz seit dem überragenden 3:0 im WM-Halbfinal 2013 in Stockholm gegen die USA.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.