Referenden in den USA: Gegen Homo-Ehe - Für Abtreibung und Sterbehilfe
Aktualisiert

Referenden in den USAGegen Homo-Ehe - Für Abtreibung und Sterbehilfe

Die Wahlberechtigten in den USA haben am Dienstag über mehr als 150 Referenden in 36 Staaten entschieden. Befürworter der Homo-Ehe mussten dabei eine schwere Niederlage einstecken.

In Florida und Arizona stimmten die Wähler bei Referenden für einen Verfassungszusatz, der eine Ehe nur als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert. Auch in Kalifornien mussten die Verfechter der Homo-Ehe eine Niederlage hinnehmen. Rund 52 Prozent stimmten für ein neuerliches Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe, wie die Behörden nach der Auszählung fast aller Stimmen mitteilten.

Vor einem halben Jahr hatte der Oberste Gerichtshof des Westküstenstaates grünes Licht für die Trauung von Lesben und Schwulen gegeben, mehr als als 16 000 Paare heirateten seitdem. Das mit über 70 Millionen Dollar teuerste Referendum der Geschichte revidiert das Gerichtsurteil nun wieder. In Arkansas war ein Referendum erfolgreich, das unverheirateten Paaren - homosexuellen und heterosexuellen - Adoptionen und die Annahme von Pflegekindern verbietet.

Schlappe für Abtreibungsgegner

Auch Abtreibungsgegner erlitten gleich in drei US-Bundesstaaten eine Niederlage. In South Dakota lehnten die Wähler eine Neuregelung ab, die den Schwangerschaftsabbruch nur in Fällen von Vergewaltigung, Inzest und bei akuter Lebensgefahr der Mutter zugelassen hätte.

In Colorado scheiterte ein noch weitergehender Entwurf, der jede Abtreibung gesetzeswidrig machen wollte. In Kalifornien platzte eine Initiative, wonach minderjährige Mädchen ihre Eltern über den bevorstehenden Eingriff hätten informieren müssen.

Lockerung von Drogengesetzen

In zwei Bundesstaaten feierten die Befürworter einer Lockerung der Drogengesetze einen Sieg. Erwachsene Bürger in Massachusetts, die bis zu 28 Gramm Marihuana besitzen, müssen sich nicht mehr vor einer strafrechtlichen Verfolgung fürchten. Künftig gibt es nur noch geringe Bussgelder.

In Michigan wurde die Verwendung von Marihuana für medizinische Zwecke gebilligt. Michigan ist der 13. US-Staat, in dem Patienten mit ärztlicher Genehmigung unter bestimmten Bedingungen Zugang zu der Droge haben.

Als zweiter Bundesstaat nach Oregon erlaubt Washington künftig Sterbehilfe. Unheilbar kranke Menschen, die nur noch maximal sechs Monate zu leben haben, werden nun mit ärztlich verschriebenen Medikamenten sterben dürfen.

Die umstrittene Forschung mit embryonalen Stammzellen wird im US- Staat Michigan nach einer Volksabstimmung leichter. Erstmals dürfen Embryonen aus Fortpflanzungskliniken, die von Paaren verworfen wurden und somit in den Sondermüll wandern würden, für Forschungszwecke benutzt werden.

Besserer Tierschutz

Kalifornische Wähler erteilten einer Initiative, die dem Westküstenstaat die schärfsten Umweltauflagen im Bereich erneuerbarer Energien in den USA beschert hätte, eine Absage.

Demnach hätte Kalifornien bis zum Jahr 2025 die Hälfte seines Bedarfs durch Sonnen-, Wind- oder geothermale Energie decken müssen. Der «Goldene Staat» strebt derzeit 33 Prozent im Jahr 2020 an.

Dagegen setzten sich Tierschützer in Kalifornien mit ihrem Referendum für eine artgerechtere Haltung von Hühnern, trächtigen Schweinen und Kälbern durch. (sda)

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