Gegen Markierungslichter am Loorenkopfturm
Aktualisiert

Gegen Markierungslichter am Loorenkopfturm

Der Zürcher Stadtrat will am Aussichtsturm auf dem Loorenkopf keine Markierungslichter für den Südanflug auf den Flughafen Kloten anbringen.

Er zieht eine Verfügung zur Befeuerung des Turms auf dem Adlisberg ans Bundesgericht weiter.

Der Stadtrat wehre sich damit insbesondere gegen Mängel bei der Abklärung der Sicherheit der Südanflüge auf Piste 34 durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL), wie er in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Mit der Verfügung werde von «ernsthaften Sicherheitsproblemen abgelenkt», argumentiert der Stadtrat.

UVEK hatte Beschwerde gutgeheissen

Am 8. April hatte die Rekurskommission des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) eine Beschwerde der Stadt Zürich gegen die vom BAZL ursprünglich per 15. April verlangte Befeuerung teilweise gutgeheissen.

Das BAZL kam nach Überprüfung eines Sicherheitsberichts aber zum Schluss, dass die Hindernisbefeuerung für die Einführung des neuen Anflugs per Instrumentenlande-System (ILS) ab Ende April «nicht zwingend erforderlich» sei. Trotzdem ordnete es im Sinne einer vorsorglichen Massnahme an, dass die Stadt den Loorenkopfturm bis 31. August befeuern muss.

Dies wurde damit begründet, dass die ILS-Südanflüge am Morgen im Winterhalbjahr bei Dunkelheit stattfinden werden. Zur Erhöhung der Sicherheit müssten daher das «erhöhte Terrain» beziehungsweise die «markantesten Erhebungen des Adlisberg» sichtbar gemacht werden.

Sicherheitsbedenken des Stadtrats

Der Stadtrat lehnt nach wie vor die Befeuerungspflicht ab. Er sei insbesondere der Meinung, dass im Zusammenhang mit der Abklärung der Sicherheit der Südanflüge durch das BAZL gravierende Ungereimtheiten bestünden, schreibt er in seiner Mitteilung.

Sowohl BAZL wie Rekurskommission würden nun zwar anerkennen, dass nicht der Loorenkopfturm an sich, sondern der gesamte Hügelzug des Adlisberg ein mögliches Sicherheitsrisiko für Südanflüge darstelle. Die beiden Instanzen verwiesen denn auch auf den Flugzeugabsturz am Stadlerberg vor einigen Jahren.

Statt noch einmal grundsätzlich zu überprüfen, ob die Südanflüge überhaupt sicher durchführbar seien, werde die Stadt Zürich durch «eine fragwürdige Verfügung ohne gesetzliche Grundlage» zur Hindernisbefeuerung verpflichtet, schreibt der Stadtrat. Diese vermöge aber weder die mangelnde Abklärung der Sicherheit ersetzen, noch die Sicherheitslücken in genügender Weise zu füllen.

(sda)

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