Aktualisiert 27.06.2014 19:25

Big BenGegen Messi braucht Benaglio acht Arme

Zweimal schon hat Diego Benaglio gegen Argentinien und Lionel Messi gespielt. So schlecht sind seine Erinnerungen nicht.

von
S. Compagno und E. Tedesco, Porto Seguro

Die erste Erinnerung stammt vom 2. Juni 2007. In Basel erreichte die Schweiz nach Toren von Marco Streller und Carlos Tevez ein 1:1. Lionel Messi spielte 88 Minuten und wurde von Gökhan Inler praktisch abgemeldet. Und am 29. Februar 2012 gab es in Bern eine 1:3-Niederlage. Dreifacher Torschütze damals: Lionel Messi. Diego Benaglio spielte in diesem Test nur die erste Halbzeit und kassierte ein Tor. «Wir konnten auch dieses Spiel lange offen gestalten», erinnert sich Benaglio. Richtig: Erst eine Messi-Doublette in der 88. und 93. Minute trübte das gute Bild, das die Nati vor zweieinhalb Jahren abgab.

Argentinien bestehe nicht nur aus Messi, gibt der 30-jährige Schlussmann zu Bedenken: «Natürlich hat Lionel Messi enorme Qualitäten. Er hat die Fähigkeit, im entscheidenden Moment das Unerwartete zu tun. Aber Argentinien dreht sich nicht nur um Messi. Wenn man sieht, welches Kader sie zur Verfügung haben, über welche Qualität sie in der Offensive verfügen, dann muss man nicht nur über Messi reden.»

Benaglio wie gegen Spanien vor vier Jahren

Trotzdem: Vier von sechs argentinischen WM-Toren schoss der nur 1,69 m kleine Superstar vom FC Barcelona. Will die Schweiz gegen diesen Messi bestehen, dann muss Benaglio zum «Big Ben» werden, dann muss er nicht mit zwei, sondern mit acht Armen im Tor stehen - so wie vor vier Jahren beim heroischen 1:0-Sieg gegen Spanien. «Es geht nicht darum, welchen Benaglio es braucht», winkt dieser ab. «Um gegen Argentinien bestehen zu können, braucht es einen aussergewöhnlichen Tag von jedem Einzelnen. Über die Favoritenrolle müssen wir hier nicht sprechen. Aber wenn wir einen richtig guten Tag erwischen, und bei Argentinien vielleicht nicht alles zusammenpasst, dann haben wir eine Chance.»

Messi ist auch ein Meister des ruhenden Balles. Genau hier offenbarte die Nati in den ersten WM-Spielen ungewohnte Schwächen. Benaglio will dies nicht überbewerten: «Es besteht kein Grund, in Frage zu stellen, was wir über Monate sehr gut gemacht haben. In der Qualifikation haben wir genau so in der Zone verteidigt wie hier in Brasilien. Und wir haben bei Eckbällen und Freistössen sehr wenig zugelassen.»

Unterstützung von Brasilien

Am Dienstag in São Paulo folgt der Tag der Wahrheit für unsere Nati. Die brasilianischen Fans im Stadion werden die Schweiz gegen den Erzrivalen unterstützen. Benaglio: «Das hoffe ich. Wir werden hier von vielen Brasilianern auf dieses Spiel angesprochen. Mit all den Schweizern und den Brasilianern im Stadion, die uns unterstützen werden, hoffe ich schon auf ein wenig Rückenwind. Ein Schweizer Heimspiel wäre schön. Wir fahren schliesslich nicht nach São Paulo, um einfach dabei zu sein.»

Diego Benaglio hat ein Ziel für den Knüller gegen Argentinien: «Im Fussball gibt es immer wieder Überraschungen. Wir müssen an unsere Chance glauben und wir wollen die Schweiz stolz machen.»

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