Schweinegrippe: Gegen Mutationen resistente Arznei entwickelt
Aktualisiert

SchweinegrippeGegen Mutationen resistente Arznei entwickelt

Im Kampf gegen die Schweinegrippe gibt es ein neues Hoffnungszeichen. Der US-Konzern NexBio hat nach eigenen Angaben ein Medikament entwickelt, das nach ersten Labortests immun gegen mögliche Mutationen des H1N1-Virus seien könnte.

Die Arznei mit dem Namen Fludase verhindere, dass das Virus auf andere Zellen übergreife, erklärte der US-Konzern am Sonntagabend. Somit könnte das Medikament auch dann wirken, wenn sich der H1N1- Virus verändert und resistent gegen gängige Mittel wie Tamiflu von Roche oder Relenza von GlaxoSmithKline würde.

Viele Mediziner befürchten, dass der H1N1-Virus mutieren könnte. Dies könnte zu wesentlich schwereren Krankheitsverläufen führen und die Behandlung der neuen Grippe und die Impfung deutlich erschweren.

Anfang des Monats hatte das Robert-Koch-Institut erklärt, es gebe bereits Berichte aus einigen Ländern, wonach das Virus Resistenzen gegen herkömmliche Grippemittel entwickelt habe. Eine Mutation des Erregers sei bisher jedoch noch nicht beobachtet worden.

Die Schweinegrippe hat sich in über 160 Ländern verbreitet und bereits zahlreiche Todesopfer gefordert. Die Schweiz hat die Grippewelle noch nicht erreicht. Bislang wurden im Labor 1110 Infektionen mit der Grippe nachgewiesen.

(sda)

Das Schweinegrippe-Virus (Typ H1N1)

Wissenschaftler klassifizieren Grippe-Viren nach ihren Oberflächenproteinen. H steht dabei für Hämaggluttinin, N für Neuraminidase. Es gibt 16 verschiedene H-Typen und neun verschiedene N-Typen, wobei die Nummern nichts über die Schwere der Krankheit aussagen. Die jetzt in Mexiko ausgebrochene Schweinegrippe hat den Virenstamm H1N1, die Vogelgrippe den Typ H5N1.

Der grösste Teil einer Virusoberfläche ist mit dem Eiweiss Hämagglutinin bedeckt. Das Protein ermöglicht Viren das Ankoppeln an die Zelle, in der schliesslich neue Grippeviren entstehen. Neuraminidasen sind Enzyme, die sich auf der Oberfläche von Influenzaviren befinden. Sie ermöglichen das Eindringen von Krankheitserregern in körpereigene Zellen. Diese viralen Enzyme schleusen dann auch von infizierten Zellen neu produzierte Viren aus der Zelle.

(Quelle: AP)

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