Aktualisiert 06.06.2005 20:21

Gegen Vandalismus in Zug und Bus

Auch in Luzern sollen sogenannte «grand frères» Vandalismus und Gewalt in Zügen und Bussen eindämmen.

SBB, Verkehrsbetriebe Luzern (vbl) und der Kanton Luzern wollen so das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste im öffentlichen Verkehr erhöhen.

Der Pilotversuch in Luzern wurde am Montag gestartet. Laut einer Mitteilung der SBB werden 18 junge Stellenlose zwischen 18 und 30 Jahren eingesetzt, die Hälfte davon Frauen. Sie werden von der SBB und dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) ausgewählt und im Zentrum für Konfliktgestaltung in Zug ausgebildet.

Als Vorbild Präsenz markieren

Gemäss SBB ist es das erste Mal, dass «grand frères» in der Deutschschweiz in so grossem Rahmen eingesetzt werden. Neu sei auch, dass das Projekt von den SBB zusammen mit den vbl und der Zentralbahn realisiert wird.

Eingesetzt werden die «grand frères» auf den Strecken von Luzern nach Arth-Goldau, Hochdorf, Sarnen, Stans, Sursee und Wolhusen. Ein Drittel der Einsätze erfolgen auf dem Bus- und Trolleybusnetz der vbl. Die Patrouillen werden jeweils zu zweit unterwegs und an ihrem Gilet mit der Aufschrift «RailFair grand frères» zu erkennen sein.

Auch in den Zügen und Bussen der Region Luzern werden die «grand frères» laut der Mitteilung vor allem Präsenz markieren und eine Vorbildfunktion einnehmen. Zudem sollen sie bei verbalen Konflikten vermitteln und andere Vorkommnisse melden. Auch einfache Hilfeleistungen und Auskünfte gehören zu den Aufgaben.

In der Arbeitswelt Fuss fassen

Für die Stadt Luzern passt das Projekt bestens zu den anderen Massnahmen, die gegen Vandalismus und Verschmutzung ergriffen wurden. Daneben hoffen die Initianten auf einen Nebeneffekt: Die jungen Stellenlosen können wieder in der Arbeitswelt Fuss fassen und so ihre beruflichen Perspektiven verbessern.

Finanziell entschädigt werden die Stellenlosen mit Leistungen der Arbeitslosenkasse im Rahmen der üblichen Taggelder. Laut Mitteilung unterstützt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) das Projekt. Nach sechs Monaten wird der Pilotversuch ausgewertet und über die definitive Einführung entschieden.

Vergleichbare Projekte existieren bereits im Kanton Glarus, wo sogenannte «Präventionsassistenen» in den Zügen zwischen Ziegelbrücke und Linthal unterwegs sind, sowie in der Westschweiz. Die dort gemachten Erfahrungen sind laut der SBB positiv.

Das Projekt ergänzt andere Sicherheitsmassnahmen der SBB, die unter dem Label «RailFair» laufen. Dazu gehören vermehrte Stichkontrollen, erhöhte Präsenz der Bahnpolizei oder die Videoüberwachung im Regionalverkehr.

(sda)

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