Pascal Zuberbühler, Alisha Lehmann: «Gegen Wales muss Nati gewinnen»
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Ex-Nati-Stars, Baschi, Lehmann«Gegen Wales müsste die Schweizer Nati sicherlich gewinnen»

Am Freitagabend beginnt die EM, die Schweizer Nati tritt am Samstag gegen Wales an. Was haben ehemalige Nati-Stars, Alisha Lehmann und Trompeten-Sigi der Nati zu sagen? Wir haben nachgefragt.

von
Sophie Klein
Nils Hänggi

Baschis neuer Song «Bring en hei 2021».

20 Minuten

Darum gehts

  • Am 12. Juni startet unsere Nati in die Europameisterschaft.

  • Einen Tag davor bestreiten Italien und die Türkei das Eröffnungsspiel.

  • Wir haben bei ehemaligen Nati-Stars, Alisha Lehmann und einem Kult-Fan nachgefragt, wie weit die Schweiz kommt.

Das lange Warten hat ein Ende! Am Freitagabend startet die Europameisterschaft mit der Partie Türkei gegen Italien (ab 21 Uhr live bei uns im Ticker). Die Schweizer Nati tritt am Samstagnachmittag (ab 15 Uhr live bei uns im Ticker) gegen Wales an. Dann heisst es etwa: Ricardo Rodriguez gegen Gareth Bale. Das Wetter soll gut werden. Was wohl viele Fans freut. Denn dann werden die Public-Viewings trotz Corona voll sein und in den Gärten wird mit Freunden gegrillt und die Schweiz angefeuert. Vielleicht werden sogar manche die Nationalhymne singen – oder die inoffizielle von Baschi: «Bring en hei 2021» (Video-Premiere gab es exklusiv bei 20 Minuten, siehe oben).

Doch wie wird die Schweizer Nati abschneiden? Wie gross ist die Freude auf diesen Grossevent, der doch eigentlich bereits im Sommer des letzten Jahres hätte stattfinden sollen? 20 Minuten hat mit denjenigen gesprochen, die das Ganze schon einmal erleben durften – oder schon seit Ewigkeiten hautnah mit dabei sind.

«Ein Xhaka muss auf dem höchsten Level spielen» – Pascal Zuberbühler

Der Ex-Nati-Spieler freut sich auf die anstehende Europameisterschaft. Der 50-Jährige, der als Verantwortlicher der weltweiten Torhüterausbildung der Fifa sowie als Blue-Experte arbeitet, sagt: «Ich freue mich sehr auf die EM! Ich denke, dass die Pandemiezeit sehr brutal für alle Clubbesitzer, Spieler und Aktive war. Das Turnier sehe ich als Wiederanfang zurück in den richtigen Fussball.» Die Rückkehr der Fans sei der erste Schritt. Zuberbühler selbst wird die meisten Spiele auf der Terrasse des Fifa-Museums bei einem Public Viewing schauen. Er lacht und sagt: «Da kommt natürlich auch nochmals Stimmung auf und darauf freue ich mich sehr.»

Zur Nati meint Zuberbühler: «Die Frage, wie unsere Nati abschneidet, wird mir pro Tag 20 Mal gestellt. Wir haben das erste Spiel gegen Wales. Sicher, gegen Wales müsste man gewinnen. Aber es ist ein Turnier und Wales ist eine Turniermannschaft und wenn man zurückschaut, die spielten auch schon einen Viertelfinal gegen Belgien.» Für ihn sei ganz klar der Keyfaktor, dass jeder in der Nati den Extraschritt machen müsse. Und: «Sonst hat man keine Chance, irgendein Turnier zu gewinnen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das Achtelfinal überstehen. Aber es muss alles genau stimmen. Ein Xhaka muss auf dem höchsten Level spielen, ein Shaqiri auch.»

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Der Nati gibt er keine Worte auf den Weg. Der Grund: Die Stars brauchen das nicht. Die FCB-Legende Marco Streller meint: «Denen muss man nichts mehr sagen, die wissen Bescheid.»

Der Nati gibt er keine Worte auf den Weg. Der Grund: Die Stars brauchen das nicht. Die FCB-Legende Marco Streller meint: «Denen muss man nichts mehr sagen, die wissen Bescheid.»

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Pascal Zuberbühler freut sich vor allem auf das Schauen der Spiele auf der Terrasse des Fifa-Museums bei einem Public Viewing. 

Pascal Zuberbühler freut sich vor allem auf das Schauen der Spiele auf der Terrasse des Fifa-Museums bei einem Public Viewing.

Toto Marti/Blick/freshfocus
Benjamin Huggel war wie Zuberbühler bei mehreren Turnieren mit dabei. Heisst: Auch der 43-Jährige weiss, wovon er redet, wenn er über die EM spricht, und die Schweizer Nati.

Benjamin Huggel war wie Zuberbühler bei mehreren Turnieren mit dabei. Heisst: Auch der 43-Jährige weiss, wovon er redet, wenn er über die EM spricht, und die Schweizer Nati.

Toto Marti/Blick/freshfocus

«Geniesst es. Hängt euch voll rein.» – Benjamin Huggel

Benjamin Huggel war wie Zuberbühler bei mehreren Turnieren mit dabei. Heisst: Auch der 43-Jährige weiss, wovon er redet, wenn er über die EM spricht, und die Schweizer Nati. Gegenüber 20 Minuten sagt er: «Auf einer Skala von eins bis zehn freue ich mich auf die EM mit einer Zehn! Ich hoffe auf ein gutes Abschneiden der Schweizer und freue mich auf die Euphorie im Land, wenn dann alles gut kommt.» Auch hoffe er, dass bei diesem Turnier die Nati den Achtelfinal überstehen werde und etwas Historisches geschehe. Für das eigene Land auf dem Platz zu stehen, sei ein grossartiges Gefühl. «Ich war immer sehr stolz, das Land als Mannschaft repräsentieren zu dürfen. Und ich habe mir immer vorgestellt, wie viele Leute da zusehen und mitfiebern, und das hat mich immer sehr motiviert.» An die Nati-Stars hat er eine Nachricht: «Geniesst es. Hängt euch voll rein. Versucht alles, was möglich ist, rauszuholen. Nicht, dass ihr irgendwann später sagen müsst: ‹Wir haben die Chance verpasst.›»

«Denen muss man nichts sagen, die wissen Bescheid» – Marco Streller

«Ich glaube, die Gruppenphase wird aufgrund der doch grossen Leistungsunterschiede nicht sehr spannend. Aber die K.o.-Phase wird super.» Das sagt Marco Streller. Der 39-jährige Basler glaubt an die Schweiz. Und das sehr. Zu 20 Minuten sagt er: «Wenn Frankreich sein Potenzial ausschöpft, führt der Titel nur über den Weltmeister. Dahinter sehe ich England und dahinter fünf bis sechs Mannschaften. Und zu diesen zähle ich die Schweiz auch dazu.» Als ehemaliger Nati-Stürmer ist er insbesondere vom Sturm der Schweiz begeistert. Seferovic und Gavranovic seien Scorer, so Streller. «Sie wissen, wo das Tor steht, und schiessen in ihren Clubs viele Tore. Breel ist die ideale Ergänzung zu ihnen. Er ist immer anspielbar und arbeitet auch gegen den Ball super.» Der Nati gibt er keine Worte mit auf den Weg. Der Grund: Die Stars brauchen das nicht. Die FCB-Legende meint: «Denen muss man nichts mehr sagen, die wissen Bescheid.»

«Die Schweizer Nati braucht ein paar Hammer-Wochen» – Baschi

Baschi ist heiss auf die EM. Der 34-jährige Musikstar, der kurz vor dem EM-Start die inoffizielle Nati-Hymne «Bring en hei» neu interpretierte (Video-Premiere gab es exklusiv auf 20 Minuten), meint: «Es gibt doch nichts Geileres als so ein grosses Turnier. Auch wenn es vielleicht keine grossen Public-Viewings gibt. Freunde werden trotzdem zusammensitzen, grillieren und gemeinsam die EM schauen.» Aber klar, die Gruppe sei schwer. «Die Schweizer Nati braucht ein paar Hammer-Wochen, um in den Viertelfinal zu kommen. Ich glaube jedoch fest daran. Es ist möglich. Und vielleicht hilft unser Song ja dabei», so Baschi.

«Das Fussballfieber habe ich in mir drin» – Daniel Gygax

Ex-Nati-Star Dani Gygax war zwischen 2004 bis 2008 Bestandteil der Schweizer Nationalmannschaft. 2017 beendete er seine Karriere, arbeitet seither als Jugendtrainer beim FC Zürich und ist als Electro-DJ tätig. 2008 mixte er gar für die Street Parade die offizielle Underground-Compilation. Und natürlich – auch er freut sich auf das kommende Turnier. «Jetzt mussten wir ein wenig warten. Die letzten Ergebnisse der Nati lassen auch hoffen, dass das Turnier gut kommt für die Schweiz», erzählt Gygax. Und: «Das Fussballfieber habe ich ja sowieso schon in mir drin. Aber jetzt steigt es natürlich noch mehr.» Die Nati sei sehr talentiert. Er hoffe, dass der Viertelfinal drinliege. Einen Tipp für das Spiel gegen Wales will der 39-Jährige nicht abgeben. Er sagt zu 20 Minuten: «Wenn wir die EM erfolgreich bestreiten wollen, müssen wir gegen Wales gewinnen. Aber ganz klar, an einem guten Tag wird das auch passieren.»

«Aber das kann ich hier im Interview nicht sagen» – Alisha Lehmann

Im grossen Exklusiv-Interview mit 20 Minuten verrät die 22-Jährige bereits, dass sie die EM nicht erwarten kann. «Ich freue mich mega. Oft schaue ich jedes Spiel an, bin also den ganzen Tag am Match schauen. (lacht) Nein, im Ernst, ich kann es nicht erwarten, dass es losgeht. Und ja: Hopp Schwiiz!», sagt der Nati-Star. Da sie Schweizerin sei, sei es für sie auch ganz klar, dass sie für die Nati sei. Aber natürlich verfolge sie auch noch andere Mannschaften. «Aber das kann ich hier im Interview nicht sagen», sagt die Fussballerin, die im letzten Jahr bei Everton spielte. Weiter verrät Lehmann, weshalb sie an die Nati glaubt: «Die Schweiz hat ein mega gutes Team, sehr gute Einzelspieler. Ich glaube, es ist vieles möglich.»

«Mit Paul Wolfisberg sass ich bis um vier Uhr an der Bar» – Trompeten-Sigi

Trompeten-Sigi, der mit bürgerlichem Namen Sigi Michel heisst, meint: «Bis zum Achtel- und Viertelfinal wird es schwer. Aber die Schweizer Nati kann ja auch mal Glück haben. Es gibt aber halt schon ein paar starke Länder wie Deutschland, Spanien, Portugal. Ich hoffe es jedenfalls, dass wir in den Viertelfinal kommen.» Seit 1970 hat der Kult-Fan keine Europa- oder Weltmeisterschaft verpasst und ist mit der Nati um die ganze Welt gereist. Klar also, hat Trompeten-Sigi zig Anekdoten auf Lager. Er lacht, wenn er an die vielen Jahre zurückdenkt. «Ich habe alles mit der Nati erlebt. Bin ja auch seit 51 Jahren dabei. Früher flog ich noch mit der Nati mit, sass neben Stéphane Chapuisat im Flieger. Mit Paul Wolfisberg sass ich bis um vier Uhr an der Bar und am nächsten Morgen ging ich mit der Nati beim Morgenlauf mit. Das ist heute nicht mehr möglich», so der Kult-Fan. Dieses Jahr ist er in Rom mit dabei. Gegenüber 20 Minuten meint der 74-Jährige: «Eine Bewilligung für meine Trompete habe ich aber noch nicht. Ich hoffe, dass ich sie noch erhalte.»

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