05.01.2017 04:49

Basler Fotografen an der Photo 17

Gegensätze, Gewalt und Emotionen auf Fotopapier

150 Fotografen stellen ab Donnerstag ihre besten Bilder an der Photo17 in Zürich aus. Unter den renommierten Namen befinden sich auch deren neun aus Basel.

von
las
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Michael Stöcklins Serie «Duality» zeigt Gegensätze auf.

Michael Stöcklins Serie «Duality» zeigt Gegensätze auf.

Michael Stöcklin
Die Models konnten das Thema mit ihren Körpern in eigener Regie darstellen.

Die Models konnten das Thema mit ihren Körpern in eigener Regie darstellen.

Michael Stöcklin
So entstand aus zwei Körpern jeweils eine Form.

So entstand aus zwei Körpern jeweils eine Form.

Michael Stöcklin

Am 5. Januar ist Vernissage der Photo17 in der Maag-Halle in Zürich. Die grösste Werkausstellung der Schweiz, die bis 12. Januar dauert, erwartet 27'000 Besucher und zählt damit zu den bedeutendsten in ganz Europa. Auf 4000 Quadratmetern stellen 150 Fotografen ihre Werke aus. Unter ihnen sind auch neun aus der Region Basel.

Alain Appel, Christoph Dill, Christian Jaeggi, Christopher Kuhn, Fabian Unternährer, Jens Oldenburg, Michael Stöcklin, Nithah Stöcklin und Philipp Fuchs wurden von den Kuratoren ins illustre Feld der Aussteller aufgenommen.

Kunst und Dokumentation

Die Exponate sind so vielfältig wie ihre Macher. Von Porträts über Themen- bis zu Körperstudien ist alles dabei – technisch hochstehend umgesetzt. Michael Stöcklin zeigt Bilder aus der Serie «Duality». Er erklärt: «Dabei geht es um Gegenteiligkeit und Zweiseitigkeit.» Die beiden Models, die in der Serie zu sehen sind, konnten nach eigenen Ideen mit ihren Körpern Gegensätze darstellen. Aus zwei Körpern entstand so jeweils eine Form. «Die Serie ist durchzogen vom Thema des Gegensatzes. Wie Liebe und Kampf, Ruhe und Bewegung, kommt alles jeweils in den Motiven zum Tragen.»

Christian Jaeggi beschäftigt sich mit einer anderen Form von Gegensatz: der Gewalt an Menschen im Privaten und in der Öffentlichkeit. Für das Schweizer Hilfswerk EcoSolidar fotografierte er im indischen Bangalore Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden. An der Photo17 zeigt er nun einen Auszug aus seiner Reportage. Gewalt sei überall auf der Welt ein Thema, nicht nur an Frauen und nicht nur in Indien. «Ich habe lange damit gerungen, wie man dieses komplexe Thema angehen soll. Die Hand ist dabei ein wichtiger Teil der Symbolik, denn sie kann sich sowohl als Werkzeug der Tat als auch des Schutzes manifestieren», erklärt Jaeggi. Die verdeckten Gesichter symbolisierten dabei den Tabustatus, den Gewalt noch immer innehabe.

Weiter zeigt etwa Christopher Kuhn Emotionen anhand von Foptorafien von Mimik und Gestik. Von Reisefotograf Jens Oldenburg sind Impressionen aus der Mongolei zu sehen.

Namhafte Teilnehmer

Die neun Basler sind an der Werkschau in guter Gesellschaft. Dabei sind auch bekannte Namen wie der Snowboarder Iouri Podlatchikov sowie die Freelance-Fotografen Lukas Maeder, Cyrill Matter und Tina Sturzenegger. Zu den Stargästen zählen der niederländische Regisseur Anton Corbjin und der britische Fotograf Martin Parr.

Neben neun Sonderausstellungen wie etwa «Die Sicht der Anderen V – Irren ist menschlich» aus der Psychiatrie Winterthur und der Arbeit von Dominic Nahr, die von Ärzte ohne Grenzen präsentiert wird, wird auch der Schweizer Fotograf des Jahres gewählt. Die Swiss Photo Academy unter dem Vorsitz von Res Strehle, Präsident der Journalisten-Schule MAZ, hat Alexandra Wey, Andri Pol, Jean-Vincent Simonet, Lukas Wassermann und Thomas Kern nominiert. Der Sieger wird noch während der Messe gekürt.

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