Gegenseitige Vorwürfe Israels und Syriens
Aktualisiert

Gegenseitige Vorwürfe Israels und Syriens

Israel und Syrien haben sich am Sonntag vor dem UNO-Sicherheitsrat gegenseitig beschuldigt, den Nahostkonflikt durch aggressive Handlungen zu verschärfen.

Syriens Aussenminister Faruk el Schara verlangte in einem Brief, den sein UNO-Botschafter verlas, eine klare Verurteilung des israelischen Luftangriffs gegen ein angebliches Terroristenlager auf syrischem Territorium.

Der Angriff auf Ain el Sahib zwischen Damaskus und der libanesisch-syrischen Grenze habe einem rein zivilen Ziel gegolten, erklärte der syrische Aussenminister. Israel habe sich zu einer Aggression entschlossen, weil Syrien die gerechte Sache der Palästinenser unterstütze.

Dagegen sagte der israelische UNO-Botschafter Dan Gillerman bei der von Syrien und Libanon beantragten Dringlichkeitssitzung, Syrien sei nach dem Sturz Saddam Husseins in der Nahost-Region der wichtigste Unterstützer für Terrororgansationen geworden, darunter der Dschihad, Hamas und Hisbollah. Syrien gehöre zur «Achse des Bösen». Der Luftangriff habe einem Ausbildungslager für Terroristen gegolten.

Für die Vereinten Nationen sei es eine «Schande», dass dem Antrag Syriens auf eine Dringlichkeitssitzung wenige Stunden vor dem Beginn von Jom Kippur, dem heiligsten israelischen Feiertag, stattgegeben worden sei. Der israelische Botschafter verliess nach seiner Rede den Sicherheitsrat unter Berufung den Feiertag.

Syrien hatte dem Sicherheitsrat zuvor eine Resolution vorgelegt, mit der der israelische Angriff scharf verurteilt werden soll. Wann es zu einer Abstimmung kommt, war zunächst noch offen. In dem Resolutionsentwurf wird Israel einer «militärischen Aggression» gegen Syrien beschuldigt.

Der UNO-Sicherheitsrat soll dem Text zufolge Israel auffordern, von weiteren Angriffen abzusehen, die zu einer «Bedrohung des regionalen und internationalen Friedens und der Sicherheit» führen könnten.

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