Neu im Kino: «Master and Commander»: Gegenwind für Captain Crowe
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Neu im Kino: «Master and Commander»Gegenwind für Captain Crowe

Abenteuer auf hoher See liegen im Trend: Nach dem Sommerhit
«Pirates of the Caribbean» kommt mit «Master and Commander» ein weiterer Schiffsfilm ins Kino – Oscar-Preisträger Russell Crowe spielt darin die Hauptrolle.

Bei «Master and Commander» handelt es sich allerdings nicht um eine Piraten-Grusel-Komödie, sondern um ein episches Drama: Captain Jack Aubrey (einmal mehr oscarreif: Russell Crowe) ist Kommandant des englischen Kriegsschiffes MS Surprise; wir schreiben das Jahr 1805. Bei einem Angriff durch die Franzosen wird die MS Surprise schwer beschädigt. Aubrey will sich nun auf Biegen oder Brechen an den französischen Feinden rächen und nimmt die Verfolgung auf. Diese erweist sich für das 28 Kanonen und 197 Mann schwere Schiff allerdings als äusserst schwierig: Eis und Schnee, Flaute und Hitze kreuzen Captain Aubreys Verfolgungspläne. Gift für die Moral der Mannschaft, die nicht mehr an ein Erfolgserlebnis glauben mag. Doch Aubrey bleibt stur und auf Rachekurs.

Es ist nicht die Action, die in «Master and Commander» im Vordergrund steht. Vielmehr ist der Film von Peter Weir («Dead Poets Society», «The Truman Show») eine in prachtvollen Bildern erzählte Chef-Angestellten-Geschichte, wie sie auch heutzutage in einer Firma stattfinden könnte. Ein zeitloses Thema also, angesiedelt auf einem Kriegsschiff des 19. Jahrhunderts.

Weir verfilmte den Stoff der «Aubrey/Maturin»-Romanserie des Schriftstellers Patrick O'Brian mit Hang zu zäher Genauigkeit. Dies nimmt dem 135-Millionen-Dollar-Streifen – mit Ausnahme von ein paar temporeichen Aufnahmen – ziemlich den Wind aus den Segeln. Trotzdem oder genau deshalb dürfte sich «Master and Commander» bei Seglern und Schiffsverrückten zu einem Must-See-Movie entwickeln.

Benjamin Bögli

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