Aktualisiert 12.09.2017 16:52

Margarethenstich-Abstimmung«Gegner argumentieren mit Falschaussagen»

Der Direktor der Baselland Transport sieht durch Aussagen der Gegner des Margarethenstichs die Glaubwürdigkeit der BLT gefährdet und greift in den Abstimmungskampf ein.

von
lha

BLT-Direktor Andreas Büttiker kontert die Behauptungen der Margarethenstich-Gegner. (Video: 20 Minuten)

Die Abstimmung über den Margarethenstich ist für die Baselland Transport AG von grösstem Interesse. Die Vorlage, über die das Baselbieter Stimmvolk am 24. September entscheidet, sieht eine neue Linienführung für die Tramlinie 17 ab Zoo Dorenbach via Margarethenstich zum Bahnhof SBB vor. Kostenpunkt: 21 Millionen Franken brutto. Nach Abzug der Beiträge von Bund und BLT bleiben dem Kanton Baselland Investitionskosten von 7,3 Millionen Franken. Die BLT betreibt die Linie 17 und befürwortet die Vorlagen, weil die heutige Linienführung nicht mehr den Kundenbedürfnissen entspreche.

Bislang verhielt sich das Unternehmen im Abstimmungskampf allerdings neutral. Direktor Andreas Büttiker stellte sowohl dem Ja- wie auch dem Nein-Lager unentgeltlich Werbeflächen in seinen Trams zur Verfügung. Jetzt haben es die Gegner des Margarethenstichs aber zu weit getrieben. «Es werden Unwahrheiten verbreitet», sagte Büttiker an einer eilig einberufenen Medienkonferenz am Dienstag.

«Stimmbürger muss das wissen»

«Wir führen keinen Abstimmungskampf», betonte er. Es gehe darum, Klarheit zu schaffen. Etwa über Gerüchte, dass die Linie 2 nicht mehr über den Bahnhof verkehren würde oder beim Bau des Margarethenstichs die Linie 10 nicht mehr durch die Innenstadt fahre. Beides seien haltlose Gerüchte. «Es ist wichtig, dass der Stimmbürger das weiss», so Büttiker.

Förmlich in Rage getrieben haben den BLT-Direktor die Pläne eines pensionierten Bauingenieurs, der eine Alternative zum Margarethenstich via Innere Margarethenstrasse präsentierte. Der Heuwaage-Bogen wird auch vom Nein-Komitee als kostengünstige Alternative angepriesen. «Das ist kein Plan B, wir haben das mehrfach angeschaut und verworfen. Das ist schlicht untauglich. Die einzige Alternative zum Margarethenstich ist der Status quo», so Büttiker.

Kaum einer fährt mehr ins Klybeck

Entgegen der Behauptung des Nein-Komitees verkehrt der 17er seit vier Jahren während den Stosszeiten nicht mehr zum Wiesenplatz, sondern nur noch zur Schifflände. Bei damaligen Erhebungen kam heraus, dass nur noch gerade sieben Personen ins Klybeck fuhren. Das Klybeck als Arbeitsplatzgebiet sei «massiv zusammengebrochen», so Büttiker. «Das Argument, dass wir die Novartis abhängen, stimmt einfach nicht.»

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Darüber entscheidet das Baselbieter Stimmvolk am 24. September 2017: Soll die Linie 17 am Margarethenstich zum Bahnhof SBB abgeleitet werden? Die Kosten dafür betragen brutto 21 Millionen Franken. Nach Abzug der Beiträge von Bund und BLT bleiben dem Kanton Baselland 7,3 Millionen.

Darüber entscheidet das Baselbieter Stimmvolk am 24. September 2017: Soll die Linie 17 am Margarethenstich zum Bahnhof SBB abgeleitet werden? Die Kosten dafür betragen brutto 21 Millionen Franken. Nach Abzug der Beiträge von Bund und BLT bleiben dem Kanton Baselland 7,3 Millionen.

BLT
So fährt die Linie 17 heute. Zu den Spitzenzeiten am Morgen und Abend verkehrt die Tram bis zur Schifflände. Nachmittags soll die Verlängerung bis zum Wiesenplatz die chronisch überfüllte Linie 8 entlasten.

So fährt die Linie 17 heute. Zu den Spitzenzeiten am Morgen und Abend verkehrt die Tram bis zur Schifflände. Nachmittags soll die Verlängerung bis zum Wiesenplatz die chronisch überfüllte Linie 8 entlasten.

BLT
Der Margarethenstich würde die Linie 17 neu über den Bahnhof SBB via Wettsteinplatz zum Badischen Bahnhof führen. Damit würden wichtige und prosperierende Arbeitsplatzgebiete in Basel erschlossen und das Leimental besser an den Bahnhof angebunden.

Der Margarethenstich würde die Linie 17 neu über den Bahnhof SBB via Wettsteinplatz zum Badischen Bahnhof führen. Damit würden wichtige und prosperierende Arbeitsplatzgebiete in Basel erschlossen und das Leimental besser an den Bahnhof angebunden.

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Das sagen die Gegner

Der Margarethenstich sei in erster Linie ein unnötiges und zu teures Luxusprojekt. Die Direktanbindung an den Bahnhof SBB mit der Linie 17 auf Kosten der Anbindung ins Klybeck sei kontraproduktiv und führe an der Abzweigung beim Zoo Dorenbach zu mehr Stau auf der Strasse. Zudem wird bezweifelt, dass die erhoffte Verlagerung vom Auto aufs Tram eintreffen wird. Weiter wird eine Ungleichbehandlung des Unter- und Oberbaselbiets in Verkehrsfragen moniert. Das Nein-Komitee propagiert als Alternative und kostengünstigere Lösung einen Trambogen bei der Heuwaage in die Innere Margarethenstrasse.

Das sagen die Befürworter

Den Netto-Investitionskosten von 7,3 Millionen, die der Kanton zu tragen habe, stehe ein hervorragender Nutzen gegenüber, weil die Betriebskosten keinen Rappen steigen würden. Dafür biete die neue Linienführung der Linie 17 via Bahnhof SBB über den Wettsteinplatz an den Badischen Bahnhof für 60'000 Leimentaler eine umsteigefreie Direktverbindung zu den grossen und wachsenden Arbeitsplatzzentren der Stadt. Etwa zur Roche, die in den kommenden Jahren ihren Standort am Hauptsitz konzentriert.

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