«Bonzensteuer»: Gegner schnappen Juso Domain weg

Aktualisiert

«Bonzensteuer»Gegner schnappen Juso Domain weg

Die Juso wollten für ihre «Bonzensteuer»-Initiative die gleichnamige Domain reservieren. Doch diese war ihnen kurz zuvor weggeschnappt worden.

von
David Torcasso
Die Webseite www.bonzensteuer.ch.

Die Webseite www.bonzensteuer.ch.

Die Zürcher Jungsozialisten haben letzte Woche die kantonale «Bonzensteuer»-Initiative lanciert. An jenem Tag wollte Co-Präsident Fabian Molina auch gleich die Domain im Internet reservieren. «Mit Erstaunen musste ich feststellen, dass sie bereits vergeben war», sagt Molina. «Obwohl wir erst Stunden zuvor erstmals öffentlich über die Initiative informiert hatten.» Als er am Tag danach die Seite www.bonzensteuer.ch erneut aufgerufen habe, sei er baff gewesen: «Auf einer rudimentären und wohl schnell programmierten Homepage ist ein Aufruf gegen unsere Initiative zu sehen.» Brisant: Auf der Seite, die bis Redaktionsschluss online war, prangt ein Banner er SVP.

Betreiber der Seite ist Markus Müller, der am Zürichsee wohnt. «Ich bin nicht Mitglied der SVP, aber Sympathisant», sagt der Informatiker. Als er in der Zeitung auf die Initiative der Juso gestossen sei, habe er die Domain sofort reserviert. «Wer zu spät kommt, den bestraft eben das Leben.» Wenn man eine Initiative starte, sollte man vorher alle Kanäle checken, findet Müller. Auch der Präsident der Zürcher SVP, Alfred Heer, der Müller nicht kennt, sagt: «Das ist schlechte Planung der Jusos.» Das ­Internet werde immer wichtiger – «der politische Kampf wird eben auch dort ausgetragen».

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