Titel leicht gemacht: Gegner stehen dem FC Basel Spalier

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Titel leicht gemachtGegner stehen dem FC Basel Spalier

Punkteabzüge, Trainerentlassungen, Lizenzentzug, Ausverkauf und Durchschnitts-Fussball prägen die Super League - bis auf Basel. Kein Wunder also, dass der FCB überlegen Meister wird.

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Der Titelhattrick ist Tatsache. Der FC Basel hat eindrücklich seine Überlegenheit unter Beweis gestellt. Das Zweitplatzierte Luzern musste fünf Runden vor Schluss klein beigeben, 22 Punkte hinter dem FCB. Den Young Boys auf Rang 3 fehlen sogar 25 Punkte. Aber selbst wenn die Basler das Mass aller Dinge sind: So einfach wurde es dem Meister noch nie gemacht.

Dass die Basler derart leichtes Spiel hatten, ist nicht nur auf die unbestrittene Qualität des Kaders und die phantastische Rückrunde zurückzuführen. Andere Super-League-Vereine, wie zum Beispiel YB oder der FC Luzern - vor der Saison als durchaus meistertauglich gehandelt - hatten dem 15-fachen Meister nichts entgegenzusetzen. Luzern war spätestens nach dem Abgang von Hakan Yakin kein Titelaspirant mehr und zeigte allerhöchstens Durchschnittsfussball. Dennoch kann beim Vizemeister von einer gelungenen Saison gesprochen werden, sofern die Innerschweizer den zweiten Platz behalten.

In Bern wird alles auf den Kopf gestellt

Ein qualitativ besseres Kader stand Christian Gross bei den Young Boys zur Verfügung. Für den ersten Titelgewinn seit 1987 krempelte man dafür im Sommer 2011 das Team mehr oder weniger komplett um. 15 Spieler kamen, darunter mit Nassim Ben Khalifa, Raphaël Nuzzolo, Freddy Mveng, Elsad Zverotic, Dusan Veskovac und Michael Silberbauer durchaus ein paar Hochkaräter. Im Winter wurde nochmals nachgelegt. Matias Vitkieviez und Raúl Bobadilla verstärkten die Gross-Truppe im offensiven Bereich. Nach nicht einmal einer Saison wurde der als Meistermacher verpflichtete Gross bei YB jedoch entlassen. Er schaffte es nicht, aus der zusammengewürfelten Truppe eine Mannschaft zu formen. In Bern muss man anerkennen, dass selbst gute Neueinkäufe und ein Trainer mit vielen Titeln noch keinen Meister macht.

Anderswo hatte man weit grössere Probleme. Schier Unglaubliches spielte sich am idyllischen Neuenburgersee ab. Dort übernahm Bulat Tschagajew im April 2011 Neuchâtel Xamax und fuhr den Traditionsverein innert acht Monaten an die Wand. Die Swiss Football League entzog dem zweifachen Schweizer Meister Mitte Januar die Lizenz und im Sommer wagt man in Neuenburg einen Neuanfang in der 2. Liga Interregional. Gerade noch einmal die Kurve gekriegt hat Servette Genf. Der finanziell angeschlagene Klub musste zwar anfangs März die Bilanz deponieren, nun haben sich offenbar Geldgeber gefunden, die für die Zukunft des Vereins einstehen werden.

Zürcher Vereine müssen unten durch

Ein anderer Klub ist zwar noch mit dabei in der Liga, findet sich aber nach einem juristischen Spiessrutenlauf abgeschlagen auf dem letzten Platz. Cristian Constantin und dem FC Sion wurden 36 Punkte abgezogen. Die Walliser haben den Einsatz von nicht spielberechtigten Akteuren teuer bezahlt und müssen wohl die Barrage bestreiten. Hätte der SFV Sion nicht bestraft, lägen die Walliser nun mit 50 Punkten auf Rang zwei.

Auch in Zürich muss von einer verkorksten Saison gesprochen werden. Trainerentlassungen, Abstiegssorgen und Weggänge sorgten beim FC Zürich und den Grasshoppers für weit mehr Wirbel als Erfolge. Mitte März musste Urs Fischer beim FCZ den Hut nehmen, obwohl die Klubführung trotz schwachen Resultaten während der ganzen Saison zu ihm hielt. Auch als der FCZ anfangs Januar die Abgänge von Admir Mehmedi, Ricardo Rodriguez, Dusan Djuric, Alexandre Alphonse, Xavier Margairaz, Florian Stahel zu verkraften hatte, schien Fischer ungefährdet. Auch bei den Grasshoppers folgte der grosse Knall am Ende der Saison. Als Folge einer sehr schwachen Saisonleistung musste Ciriaco Sforza Mitte April gehen. Sein Nachfolger Uli Forte debütierte am 21. April in Thun.

Die Profiteure

Nutzniesser des ganzen Durcheinanders sind zwei Teams. Klammheimlich haben sich der FC Thun und Lausanne in der Super League eingenistet – wenn auch unter den ungleichen Vorzeichen. Während sich die Berner Oberländer aufgrund guter Leistungen auf den vierten Rang gespielt haben, kann bei Lausanne von einem Sechser im Lotto gesprochen werden. Bis zum Punkteabzug von Sion und dem Lizenz-Entzug von Xamax abgeschlagen auf dem letzten Platz, bekommt der letztjährige Aufsteiger den Ligaerhalt nun geschenkt. Xamax wurde in die 2. Liga Interregional zwangsversetzt und Sion rangiert neun Punkte hinter Lausanne auf dem Barrage-Platz, welchen die Walliser bis Saisonende wohl nicht mehr los werden. Lausanne lacht sich derweil ins Fäustchen.

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