Konzertabsage: Gegner von Skandal-Rapper sind erleichtert
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KonzertabsageGegner von Skandal-Rapper sind erleichtert

Das Schweizer Konzert der umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang fällt ins Wasser. Die Gegner des Auftritts reagieren erfreut.

von
daw
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Den Musikpreis Echo gibt es nicht mehr. Grund ist die Vergabe an die umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang.

Den Musikpreis Echo gibt es nicht mehr. Grund ist die Vergabe an die umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang.

Jörg Carstensen
Kollegah (l) und Farid Bang, hier bei der Party nach der Echo-Verleihung 2018, erhielten den Preis für ihr Album «Jung, brutal, gutaussehend 3».

Kollegah (l) und Farid Bang, hier bei der Party nach der Echo-Verleihung 2018, erhielten den Preis für ihr Album «Jung, brutal, gutaussehend 3».

Keystone/Jens Kalaene
In Deutschland tobt seither eine Antisemitismus-Debatte um eine Passage aus ihrem Song «0815».

In Deutschland tobt seither eine Antisemitismus-Debatte um eine Passage aus ihrem Song «0815».

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Der Auftritt der umstrittenen deutschen Künstler Kollegah und Farid Bang in der BBC-Arena in Schaffhausen ist abgesagt: Nachdem sich die Hallenbetreiber gegen das Konzert vom 5. Mai stellten, haben die Veranstalter des albanischen Kulturvereins Alba die beiden Rapper «nicht zuletzt aus Sicherheitsüberlegungen» ausgeladen.

Laut einer Mitteilung des Vereins hat die Konzertabsage für den Veranstalter «ein enormes Defizit zur Folge». Die Stiftung NHTLZ, die Vermieterin der BBC-Arena, hat allerdings bereits finanzielle Unterstützung angeboten.

«Das ist ein megaschönes Angebot»

Erfreut auf die Absage reagieren die Initianten des offenen Briefs, der eine Absage eingefordert hatte. Laut Anna Rosenwasser, Geschäftsführerin der Lesbenorganisation Schweiz, habe der albanische Kulturverein die beiden Skandal-Rapper dank der finanziellen Hilfe nun ausladen können. «Das ist ein megaschönes Angebot der Hallenbetreiber, das ich nur als vorbildlich bezeichnen kann.»

Mit dem offenen Brief habe man eine Diskussion angeregt. «Es ist richtig, dass hierzulande Frauenfeindlichkeit, Gewaltverherrlichung und Homophobie keine Bühne geboten wird.» Dass das Festival auch ohne die deutschen Rapper stattfinden soll, begrüsst Rosenwasser: «Wir haben nichts gegen ein schönes Fest.» Dem Verein könne man leider keine finanzielle Unterstützung anbieten, da man keine Mittel habe. Aber: «In anderer Form unterstützen wir den Verein gern.»

Verein distanziert sich von «Debatte»

Zu 20 Minuten sagt Beslim Memisi vom Kulturverein, man habe sich nach Rücksprache mit den Behörden und der Stiftung zum Rückzug entschieden, vor allem aus Gründen der Sicherheit, nachdem die Debatte in den letzten Tagen eskaliert sei. «Davon wurden wir überrascht und überrollt. Nach dem Auftritt der beiden Künstler in Zürich, der reibungslos über die Bühne ging, wollten wir ebenfalls einen Act verpflichten, der bei den Jungen zieht.»

Memisi sagt, man distanziere sich von der Debatte um die beiden Künstler. Zu dieser will er sich nicht äussern, genauso wenig wie zum Inhalt der Songtexte. «Es liegt nicht an mir, Kunst zu beurteilen.»

Bereits für das Konzert vom 5. Mai gekaufte Tickets werden laut dem Verein zurückerstattet. Man hoffe trotzdem auf möglichst viele Festivalbesucher. Dann werde man sehen müssen, wie gross das Loch in der Kasse genau ist.

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