15.08.2019 18:56

Schlaftipp

Geh nach dem Duschen lieber nicht sofort ins Bett

Warmduscher, aufgepasst: Wer sich gern heiss abbraust, sollte danach mit dem Schlafengehen warten. Das zahlt sich aus.

von
fee

Heisses Wasser auf dem Körper ist für viele Menschen eine reine Wohltat. 40 bis 42 Grad darf das Wasser für sie ruhig haben, das empfinden sie als angenehm. Für diese Duscher haben Forscher der University of Texas in Austin nun eine wichtige Botschaft.

Wie sie im Fachjournal «Sleep Medicine Reviews» schreiben, sollten Warmduscher einige Zeit verstreichen lassen, bevor sie ins Bett gehen. Dann schlafe man besser – das heisst schneller – ein.

Studien ausgewertet

Um die optimale Wartezeit zwischen einer heissen Dusche und dem Zubettgehen zu bestimmen, haben die Wissenschaftler um Shahab Haghayegh 13 Studien zu Schlafqualität und Wassertemperatur ausgewertet.

Unter anderem verglichen sie Parameter wie die Gesamtschlafzeit, die Schlafeffizienz oder die Zeitspanne, die zum Einschlafen genutzt wird. «Der einzige Weg, um genau zu bestimmen, ob der Schlaf tatsächlich verbessert werden kann, war, alle bisherigen Daten zu kombinieren und sie durch eine neue Linse zu betrachten», erklärt Haghayegh das Vorgehen in einer Mitteilung.

Klare Erkenntnis

Die Forscher kamen zu einem klaren Ergebnis: Wer nach der heissen Dusche ein bis zwei Stunden – im Idealfall rund 90 Minuten – wartet, sollte deutlich besser einschlafen und die Nacht hindurch auch besser schlafen können.

Der Grund: Ungefähr eine Stunde vor der gewohnten Schlafenszeit sinkt die Temperatur im Körperinnern. Etwa Mitte der Nachtruhe erreicht sie dann ihren Tiefpunkt. Eine passive Erwärmung rund 90 Minuten vor dem Zubettgehen stimuliere diesen Mechanismus. Die warme Dusche sorge dafür, dass die sich die Blutgefässe in Händen und Füssen weiten und die Durchblutung angekurbelt wird, so die Schlussfolgerung der Forscher. Der Körper transportiere Wärme ab, wenn im Körperinnern noch erhöhte Temperaturen herrschten. Das fördere das Einschlafen.

Kleines Aber

Obwohl Haghayegh und sein Team das Ergebnis für aussagekräftig halten, räumen sie ein, dass sie sich bei der Zeitangabe auf lediglich zwei Studien stützen. Dabei sei die eine mit nur 36 Probanden im Durchschnittsalter von 77 Jahren durchgeführt worden, die an leichter bis mittelschwerer Demenz litten. Die andere Studie habe dagegen mit Menschen im Alter von durchschnittlich 36 Jahren stattgefunden, die ein Schädelhirntrauma erlitten hatten.

Sinnvoll seien die Erkenntnisse aber dennoch. Das sollen weitere Studien mit mehr Teilnehmern zeigen.

Warum du übrigens ruhig ohne schlechtes Gewissen unter der Dusche pinkeln kannst, verrät dir diese Bildstrecke:

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Würden alle einmal am Tag unter der Dusche statt auf dem Klo pinkeln, liesse sich viel Wasser sparen.

Würden alle einmal am Tag unter der Dusche statt auf dem Klo pinkeln, liesse sich viel Wasser sparen.

iStock
Denn einmal spülen braucht rund sechs Liter Wasser. Am Tag macht das 42 Liter. Aufs Jahr gerechnet sind das für die ganze Schweiz 122,6 Milliarden Liter Wasser. (Im Bild: Die Toiletten in der Roten Fabrik, Zürich).

Denn einmal spülen braucht rund sechs Liter Wasser. Am Tag macht das 42 Liter. Aufs Jahr gerechnet sind das für die ganze Schweiz 122,6 Milliarden Liter Wasser. (Im Bild: Die Toiletten in der Roten Fabrik, Zürich).

Keystone/Gaetan Bally
Das entspricht rund 49'000 Schwimmbecken nach Olympia-Norm. Geht man nun statt sieben- nur noch sechsmal aufs WC und pinkelt stattdessen einmal unter der Dusche, liessen sich hierzulande jährlich 17,5 Milliarden Liter oder 7000 olympische Pools einsparen.

Das entspricht rund 49'000 Schwimmbecken nach Olympia-Norm. Geht man nun statt sieben- nur noch sechsmal aufs WC und pinkelt stattdessen einmal unter der Dusche, liessen sich hierzulande jährlich 17,5 Milliarden Liter oder 7000 olympische Pools einsparen.

AP/Julio Cortez

Warum du dich auch getrost im Meer erleichtern kannst, siehst du hier:

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«Bitte hier nicht urinieren» – das gilt laut amerikanischen Forschern nicht fürs Meer.

«Bitte hier nicht urinieren» – das gilt laut amerikanischen Forschern nicht fürs Meer.

iStock/Lolon
Denn wer sich im Wasser erleichtert, tut diesem noch etwas Gutes – unter anderem weil durch die im Urin enthaltenen Stoffe das Wachstum von Wasserpflanzen angeregt wird.

Denn wer sich im Wasser erleichtert, tut diesem noch etwas Gutes – unter anderem weil durch die im Urin enthaltenen Stoffe das Wachstum von Wasserpflanzen angeregt wird.

iStock/Oneinchpunch
Ausserdem kann man den Harndrang sowieso nicht ewig zurückhalten. Zwar kann die menschliche Blase nicht platzen. (Im Bild: ein platzender Luftballon)

Ausserdem kann man den Harndrang sowieso nicht ewig zurückhalten. Zwar kann die menschliche Blase nicht platzen. (Im Bild: ein platzender Luftballon)

Wikiemedia Commons/Andrew Magill/CC BY 2.0

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