4500 Follower verloren: Gehackt – Seite von Berner Hotel führt jetzt zu asiatischem Beauty-Salon

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4500 Follower verlorenGehackt – Seite von Berner Hotel führt jetzt zu asiatischem Beauty-Salon

Das Romantik-Hotel Bären in Dürrenroth BE hat keinen Zugriff mehr auf seinen Facebook-Account. Die Erfolgschancen, ihn wiederzuerlangen, stehen laut einem IT-Experten schlecht.  

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Auf der Facebook-Seite des Romantik-Hotels Bären finden sich neuerdings Posts zu Schönheitsbehandlungen. 

Auf der Facebook-Seite des Romantik-Hotels Bären finden sich neuerdings Posts zu Schönheitsbehandlungen. 

Facebook
Der Account des Hotels wurde gekapert – die Gastgeber haben keinen Zugriff mehr. 

Der Account des Hotels wurde gekapert – die Gastgeber haben keinen Zugriff mehr. 

Facebook
Die Hotelbetreiber wollen sich nicht zur Angelegenheit äussern.

Die Hotelbetreiber wollen sich nicht zur Angelegenheit äussern.

Hotel Bären

Darum gehts

  • Der Facebook-Account des Romantik-Hotels Bären in Dürrenroth BE wurde gekapert. 

  • Seine 4500 Followerinnen und Follower muss sich der Betrieb wohl ans Bein streichen.

  • Die Möglichkeiten für Betroffene, sich in solchen Fällen zu wehren, sind laut einem Anwalt für Internetrecht äusserst bescheiden.

Wer derzeit auf den Facebook-Account des Romantik-Hotels Bären in Dürrenroth BE zugreifen will, landet unverhofft auf der Seite eines vietnamesischen Beauty-Salons. Diese Erfahrung machte auch ein Leser, der dem Emmentaler 3-Sterne-Haus auf der Social-Media-Plattform folgt. «Im ersten Moment dachte ich, das Hotel habe im Rahmen einer asiatischen Woche temporär seinen Namen geändert», sagt der Berner. «Als ich dann aber all die Posts mit den Schönheitsbehandlungen sah, war mir klar: Das Konto des Bären wurde gekapert.» 

Die cyberkriminellen Machenschaften sind auch der Gastgeberfamilie nicht entgangen. Dazu äussern will sie sich auf Anfrage von 20 Minuten aber nicht. Schmerzen dürften die Bären-Betreiber aber vor allem die rund 4500 Followerinnen und Follower, die sie auf einen Schlag verloren haben. 

Erschwerte Ermittlungen

Denn laut Anwalt Martin Steiger, der auf das Recht im digitalen Raum spezialisiert ist, haben Geschädigte kaum Möglichkeiten, sich gegen die Kaperung ihrer Facebook-Seiten zur Wehr zu setzen. Je nach Fall sei zwar eine Strafanzeige wegen Hacking-Straftatbeständen möglich. Allerdings bestehe für Polizei und Staatsanwaltschaft das Problem, dass Meta (Name des Konzerns, der hinter den Apps Facebook, Instagram und Whatsapp steht) und meist auch die Täterschaft im Ausland sässen. «In der Folge werden Ermittlungen häufig erschwert oder sind allenfalls gar nicht sinnvoll möglich», sagt Steiger.

Hinzu komme, dass Meta den betroffenen Personen, Organisationen und Unternehmen häufig nicht zur Seite stehe. «Man kann zwar Meldungen absetzen, aber die Reaktion von Facebook ist vielfach unbefriedigend. Die Betroffenen erhalten in vielen Fällen keine wirksame Unterstützung von Facebook», so der Rechtsanwalt und IT-Experte. 

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«Bestmögliche Kontosicherheit»

Er rät Betroffenen, in einem ersten Schritt zu prüfen, wieso die Seite gekapert wurde. Häufig handle es sich um Phishing oder ein ungenügend geschütztes Nutzerkonto. Wenn die IT-Sicherheit gewährleistet sei, könne in einem zweiten Schritt eine neue Seite erstellt und auf allen verfügbaren Kommunikationskanälen über die gekaperte Seite informiert werden. «So können Fans, Kunden und andere beteiligte Personen auch vor allfälligen Betrugsmaschen über die gekaperte Facebook-Seite informiert werden», erklärt Steiger. 

Facebook verweist auf Anfrage von 20 Minuten lediglich auf seinen Hilfebereich, der auch die nötigen Schritte im Falle eines Hacks aufzeige. Ferner trage eine Reihe von Tools und Massnahmen wie beispielsweise die zweistufige Authentifizierung oder der Privatsphäre-Check zur «bestmöglichen Kontosicherheit» bei, so ein Meta-Sprecher.   

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(sul)

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