Aktualisiert 01.06.2011 12:58

Ermordet

Geheimagent soll Neruda vergiftet haben

Nicht nur der damalige Präsident Allende – auch der Schriftsteller Pablo Neruda soll nach dem Militärputsch in Chile getötet worden sein. Die Kommunisten fordern nun eine Untersuchung seines Todes.

Offiziell ist der Nobelpreisträger wenige Tage nach dem Militärputsch an Prostatakrebs gestorben.

Offiziell ist der Nobelpreisträger wenige Tage nach dem Militärputsch an Prostatakrebs gestorben.

Die Kommunistische Partei Chile hat eine Untersuchung des Todes von Schriftsteller Pablo Neruda gefordert. Offiziell war der Nobelpreisträger wenige Tage nach dem Militärputsch 1973 an Prostatakrebs gestorben.

Zuletzt hatten jedoch mehrere Zeugen, darunter Nerudas Chauffeur, erklärt, er sei möglicherweise von Geheimagenten vergiftet worden. Die Neruda-Stiftung teilte zwar mit, es gebe keine Hinweise auf eine Ermordung des Schriftstellers.

Untersuchung gefordert

Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei, Guillermo Teillier, erklärte jedoch vor einem Berufungsgericht in der chilenischen Hauptstadt Santiago, es sei eine moralische Verpflichtung nachzuprüfen, ob Neruda getötet worden sei.

Unterdessen zitierte das staatliche Fernsehen in Chile zwei Forensiker, nach deren Untersuchung auch der damalige Präsident Salvador Allende während des Militärputschs getötet wurde. Bislang war man stets davon ausgegangen, dass Allende bei dem Staatsstreich durch General Augusto Pinochet Selbstmord verübt hatte.

(sda)

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