Geheimdienstchef von Istanbul gefeuert
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Geheimdienstchef von Istanbul gefeuert

Weil er einen Hinweis auf die Ermordung des armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink nicht an seine Vorgesetzten weitergegeben haben soll, ist der Chef der geheimdienstlichen Ermittlungsbehörde in Istanbul vom Amt suspendiert worden.

Ahmet Ilham Güler sei vom Innenministerium seiner Verpflichtungen entbunden worden, meldete die halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montagabend. Die Zeitung «Sabah» berichtete, Güler habe bereits bereits vor einem Jahr einen Hinweis auf das geplante Attentat erhalten.

Auch mehrere Polizeibeamte wurden vom Dienst suspendiert, weil sie nach der Festnahme des Täters mit dem 17-Jährigen posiert hatten. Dink, der das türkische Vorgehen gegen Armenier im Ersten Weltkrieg wiederholt als Völkermord gebrandmarkt hat, wurde am 19. Januar vor seinem Redaktionsgebäude in Istanbul erschossen. Der Jugendliche wurde nach dem derzeitigen Ermittlungsstand von türkischen Nationalisten angestiftet. Diese sahen in Dinks Äusserungen eine Verunglimpfung des türkischen Nationalstolzes. (dapd)

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