Aktualisiert 19.10.2012 20:23

Agenten-LehrlingeGeheimdienste suchen Teen-Hacker

James Bond ist eindeutig zu alt: In Grossbritannien sollen Jugendliche zu Spionen und Codeknackern ausgebildet werden. Ein Uniabschluss ist nicht erforderlich. Auch Gamer sind gesucht.

von
dsc
Das «Ausbildungs»-Programm richtet sich an 18-Jährige, die ein Händchen für Wissenschaft, Technik oder auch Computerspiele haben.

Das «Ausbildungs»-Programm richtet sich an 18-Jährige, die ein Händchen für Wissenschaft, Technik oder auch Computerspiele haben.

Im Zeitalter der Cyber-Kriminalität fischen die britischen Geheimdienste bei jugendlichen Computercracks nach Nachwuchstalenten: Die Regierung wirbt Teenager für eine Ausbildung als Spion oder Codeknacker ohne Hochschulabschluss an.

Der britische Aussenminister William Hague stellte das Programm am Donnerstag bei einem Besuch in Bletchley Park vor, dem geheimnisumwitterten Sitz der britischen Dechiffrierspezialisten im Zweiten Weltkrieg. «Junge Leute sind der Schlüssel zum künftigen Erfolg unseres Landes, genau wie im Krieg», sagte Hague. Die Tüftler der jungen Generation sollten in kommenden Jahren bei der Abwehr ernster Gefahren helfen. Ob auch Talente ohne britischen Pass rekrutiert werden, ist nicht bekannt.

Auf James Bonds Spuren

Das Ausbildungsprogramm hat laut Aussenministerium zum Ziel, 100 neue Nachwuchskräfte für den Abhördienst GCHQ und Geheimdienste wie MI5 und MI6 zu rekrutieren. Dahinter steht der Gedanke, sich bei der Anwerbung von Agenten nicht mehr nur auf das diskrete Ansprechen von Studierenden an Universitäten zu beschränken.

Daher richtet sich das Programm an helle 18-Jährige, die ein Händchen für Wissenschaft, Technik oder auch Computerspiele haben. Sie durchlaufen einen zweijährigen Hochschullehrgang, eine technische Ausbildung und Berufspraktika, bevor sie eine Stelle antreten. Zudem soll ein Dechiffrierwettbewerb Oberschülern eine Karriere auf den Gebieten Mathematik und Cyber-Sicherheit schmackhaft machen.

Die britischen Geheimdienste sind schon häufiger mit ungewöhnlichen Rekrutierungskampagnen aufgefallen. Im Jahr 2009 wurde ein Aufruf gestartet, indem plötzlich in Videospielen eine Werbeanzeige aufblinkte. Letztes Jahr wurden junge Leute aufgefordert, einen im Internet veröffentlichten Code zu knacken (20 Minuten Online berichtete). (dsc/dapd)

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