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Schweizer SpezialteamGeheime Eliteeinheit der Armee soll Schweizer aus Afghanistan evakuieren

Ein Spezialteam reiste nach Afghanistan, um die Schweizer, die in Kabul festsitzen, nach Hause zu holen. Die Mission ist heikel – doch diese Männer sind bestens dafür vorbereitet.

von
Karin Leuthold
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Sechs Mitglieder des Armee-Aufklärungs-Detachements 10 reisten nach Afghanistan, um 30 Schweizer Staatsangehörige, die dort noch festsitzen, nach Hause zu holen.

Sechs Mitglieder des Armee-Aufklärungs-Detachements 10 reisten nach Afghanistan, um 30 Schweizer Staatsangehörige, die dort noch festsitzen, nach Hause zu holen.

Screenshot vtg.admin.ch
Die Spezialeinheit traf am 18. August 2021 in Kabul ein.

Die Spezialeinheit traf am 18. August 2021 in Kabul ein.

Screenshot vtg.admin.ch
Die Berufssoldaten sind speziell für Einsätze im Ausland trainiert worden, insbesondere, um Schweizer aus Krisengebieten zu retten oder aus Geiselhaft zu befreien.

Die Berufssoldaten sind speziell für Einsätze im Ausland trainiert worden, insbesondere, um Schweizer aus Krisengebieten zu retten oder aus Geiselhaft zu befreien.

Screenshot vtg.admin.ch

Darum gehts

  • Eine Eliteeinheit der Schweizer Armee reiste nach Afghanistan.

  • Sechs Soldaten des Armee-Aufklärungs-Detachements 10 sollen die in Kabul festsitzenden Schweizerinnen und Schweizer nach Hause bringen.

  • Dafür werden sie in Zusammenarbeit mit deutschen und US-Streitkräften einen sicheren Evakuierungsweg bis zum Flughafen schaffen müssen.

Sechs Mitglieder einer geheimen Einheit der Schweizer Armee sind am Mittwoch in Kabul für eine heikle Mission eingetroffen: Das Team soll dafür sorgen, dass die rund 30 Schweizer Staatsangehörigen, die dort noch festsitzen, heil nach Hause kehren. Zudem sollen die Elitesoldaten 38 einheimische Mitarbeitende der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) mit ihren Familien aus dem Land bringen. Insgesamt 280 Menschenleben liegen in ihren Händen.

Die Spezialeinheit nennt sich Armee-Aufklärungs-Detachement 10 (kurz AAD-10). Einige nennen sie auch Schweizer Rambos. In Afghanistan werden sie in Kooperation mit deutschen und US-Streitkräften sichere Evakuierungswege schaffen, um die Menschen aus dem Land zu bringen. Ob die Schweizer Berufssoldaten bewaffnet sind, wollte Aussenminister Ignazio Cassis am Mittwoch vor den Medien nicht verraten. Wie der «Tages-Anzeiger» jedoch auf Berufung unbestätigter Informationen berichtet, habe der Bundesrat am Sonntag einen unbewaffneten Einsatz beschlossen.

Schweizer Super-Grenadiere sind auf Auslandsmissionen spezialisiert

Wem die Soldaten unterstellt sind, welche Waffen sie benutzen, darüber herrscht absolutes Stillschweigen. Auf der Website der AAD-10 erfährt man nur, dass die Kandidaten wenn sie die Bewerbungsbedingungen erfüllen einen 52-wöchigen unerbittlichen Trainingsplan absolvieren müssen. Trainiert wird im Tessin und das Programm umfasst Gefechts- und Patrouillentechnik, Aufklärung und Überleben im feindlichen Umfeld. Die Super-Grenadiere sind am Schluss ihrer Ausbildung Sprengspezialisten, Fallschirmspringer, Taucher und Scharfschützen.

Das AAD-10 ist auf Einsätze im Ausland ausgerichtet, insbesondere um Schweizerinnen und Schweizer aus Krisengebieten zu retten oder aus Geiselhaft zu befreien. Zum Aufgabengebiet des AAD-10 gehörten aber auch weitere geheime Operationen im Ausland – etwa Nachrichtenbeschaffung oder die Bewachung von Botschaften in Konfliktländern, wie der «Tagi» weiter schreibt.

Ein Problem hat das AAD-10 aber: Weil die Schweizer Armee über keine eigenen Transportflugzeuge verfügt, sind die Mitglieder des AAD-10 oft auf Unterstützung durch einen befreundeten Staat angewiesen. Die sechs Soldaten reisten darum über Usbekistan nach Afghanistan und erreichten erst am Mittwoch den Ort ihres neuen Auftrags.

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