Aktualisiert 28.05.2019 08:42

Bilderberg-Konferenz

«Geheime Weltregierung» trifft sich in Montreux

Der private Gipfel findet ab Donnerstag im Hotel Montreux Palace statt. Die Öffentlichkeit bleibt ausgeschlossen.

von
vro
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André Kudelski bringt die Bilderbergkonferenz in die Schweiz.

André Kudelski bringt die Bilderbergkonferenz in die Schweiz.

Keystone/Adrien Perritaz
In Montreux kommen Politiker und Unternehmer für vertrauliche Gespräche zusammen.

In Montreux kommen Politiker und Unternehmer für vertrauliche Gespräche zusammen.

Keystone/Alessandro Della Bella
Bundespräsident Ueli Maurer wird am Treffen dabei sein.

Bundespräsident Ueli Maurer wird am Treffen dabei sein.

Keystone/Peter Schneider

Um die Bilderberg-Konferenz ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Deshalb wird sie auch «geheime Weltregierung» genannt. Führende Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Geheimdienst treffen sich jährlich zu privaten Gesprächen. In diesem Jahr soll sie erstmals im Waadtland, im Hotel Montreux Palace, stattfinden, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Das Treffen findet vom 30. Mai bis 2. Juni statt. Der Konferenzort wird dann für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sein. Möglich macht dies André Kudelski, seit 2013 als einziger Schweizer im Organisationskomitee.

Auf der Gästeliste des 67. Treffens vom 30. Mai bis zum 2. Juni stehen 130 Personen aus 23 Ländern. Darunter etwa der US-Aussenminister Mike Pompeo, der niederländische Premier Mark Rutte, die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Aus der Schweiz sollen Bundespräsident Ueli Maurer oder CS-Chef Tidjane Thiam dabei sein.

Gespräche über Klimawandel und Zukunft Europas

Die Teilnehmer wurden aufgefordert, ohne Mitarbeiter oder Assistenten zu erscheinen. Das Hotel sollen sie während der Konferenz wenn möglich nicht verlassen. Besprochen werden sollen etwa die Beziehungen zwischen USA und China, der Klimawandel, die Bedeutung des Weltraums, der Brexit, die sozialen Medien als Waffen, aber auch die Zukunft Europas sowie jene des Kapitalismus.

Das Bilderberg Treffen fand 1954 zum ersten Mal als Konferenz zur Förderung des transatlantischen Dialogs statt. Seitdem werden jedes Jahr zwischen 120 und 140 politische Entscheider und Experten aus Industrie, Finanzen, Wissenschaft, Arbeit und Medien zum Treffen eingeladen. Etwa zwei Drittel der Teilnehmer kommen aus Europa und ein Drittel aus Nordamerika; etwa ein Viertel entstammt Regierungskreisen und dem politischen Umfeld, der andere Teil kommt aus anderen Bereichen.

Keine Beschlüsse und keine Abstimmungen

Das Bilderberg Treffen ist ein Forum für informelle Diskussionen über zentrale Themen und Herausforderungen. Die Sitzungen finden unter der Chatham House Rule statt: Den Teilnehmern steht es frei, die erhaltenen Informationen zu nutzen, jedoch dürfen weder die Identität noch die Organisation eines Redners oder Teilnehmers genannt werden.

Aufgrund des privaten Charakters des Treffens nehmen die Teilnehmer nicht in offizieller Funktion, sondern als Einzelpersonen teil und sind daher nicht an die Konventionen ihres Amtes oder an vorher vereinbarte Positionen gebunden. Auf diese Weise können sie sich Zeit nehmen, um zuzuhören, zu reflektieren und neue Eindrücke zu gewinnen. Es gibt keine detaillierte Tagesordnung, es werden keine Beschlüsse gefasst, keine Abstimmungen durchgeführt und keine Grundsatzerklärungen abgegeben.

In der Vergangenheit kam es während des Treffens auch zu Gegenveranstaltungen. So demonstrierte 2011 etwa die Juso gegen die Konferenz.

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