Geheimes Sicherheitskonzept gegen Räuber
Aktualisiert

Geheimes Sicherheitskonzept gegen Räuber

Statt der provisorischen Massnahme der Bijouterien zum Schutz vor Rammbock-Räubern hat das Tiefbauamt ein Sicherheitskonzept ausgearbeitet - dieses bleibt aber geheim.

Sie zeichneten sich durch Dreistigkeit aus und gingen immer nach dem gleichen Schema vor: Mit einem Auto nahmen sie Anlauf, rammten Tür oder Schaufenster des Juweliergeschäfts, rafften an Preziosen zusammen, was sie kriegen konnten - und flüchteten mit einem anderen Fahrzeug.

Gleich fünf mal überfielen solche Rammbock-Räuber zwischen Oktober 2001 und Juni 2003 Bijouterien an der Bahnhofstrasse. Als Schutz wurden insgesamt 35 Findlinge vor den neun Bijouterien platziert. Dass sie nur vorübergehend bleiben durften, war von Anfang an klar.

Flaniermeile nicht verstellen

Hindernisse im öffentlichen Raum eignen sich nach Meinung des Tiefbauamts nicht: eine Flaniermeile wie die Bahnhofstrasse dürfe nicht beliebig verstellt werden. Die Findlinge erschwerten zudem den Zugang für Reinigungs- und Rettungsfahrzeuge und werden deshalb am Montag abgeräumt.

Damit die Rammbock-Räuber nicht wieder ans Werk gehen, hat das Tiefbauamt ein spezielles Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Details können aus taktischen Gründen nicht bekannt gegeben werden, wie das städtische Tiefbauamt in einem Communiqué vom Freitag schreibt. Die Massnahmen betreffen aber die Fassaden oder Innenräume.

Während die Stadt die Konzeptkosten von 38 000 Franken übernahm, müssen die Ladenbesitzer die Umsetzung selber bezahlen. Es ist ihnen überlassen, ob sie die Massnahmen realisieren. Wieviele der neun Bijouterien in der Bahnhofstrasse dies tun, ist dem Tiefbauamt nicht bekannt, wie sein Sprecher Pio Marzolini auf Anfrage sagte. (sda)

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