Aktualisiert 26.07.2011 12:24

Astronomie

Geheimnis der Saturn-Ringe gelüftet

Dass der Saturn Ringe hat, ist seit Jahrhunderten bekannt. Woraus sie bestehen - aus Wasser und Geröll - auch schon seit längerem. Nach 14 Jahren Rätseln ist nun endlich gelöst, wie die Wasserringe entstehen.

Saturn, aufgenommen vom Cassini-Orbiter. (Bild: CICLOPS/Space Science Institute)

Saturn, aufgenommen vom Cassini-Orbiter. (Bild: CICLOPS/Space Science Institute)

Aufnahmen des Weltraumteleskops «Herschel» zeigen, dass der Wasserdampf von einer Reihe von Fontänen in der südlichen Polarregion des Saturn-Mondes Enceladus stammt, einem von bislang über 60 bekannten Saturn-Monden.

Der Saturn-Mond stosse jede Sekunde rund 250 Kilogramm Wasserdampf aus. Er sei damit der einzig bekannte Mond im Sonnensystem, der die chemische Zusammensetzung seines Mutterplaneten beeinflusse, teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA mit. Der Wasserdampf bilde einen Donut-förmigen Ring um den Saturn.

Laut jüngsten Berechnungen gelangen drei bis fünf Prozent der von Enceladus abgestossenen Wassermenge in die Saturn-Atmosphäre. «Es gibt nichts Vergleichbares auf der Erde», kommentierte Paul Hartogh vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.

Nach Auskunft der Forscher konnte der Wasserdampf bislang nicht entdeckt werden, weil er für das menschliche Auge unsichtbar ist. Erst «Herschels» empfindliche Infrarotdetektoren spürten ihn auf. «Herschel» gilt als das grösste jemals ins All geschickte Teleskop. Das nach dem Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822) benannte High-Tech-Instrument wurde 2009 gestartet und wird im Idealfall bis weit ins Jahr 2013 hinein Daten sammeln. (sda)

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