Mit «Schatzkarte» - Geheimnisvoller Planet Neun könnte bald gefunden werden
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Mit «Schatzkarte»Geheimnisvoller Planet Neun könnte bald gefunden werden

Jenseits von Neptun vermuten Forschende einen neunten Planeten. Gesehen hat ihn bisher allerdings niemand. Nun ist man aber zuversichtlich, dass man seine Existenz beweisen kann.

von
Tobias Bolzern
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Die «Schatzkarte» zum Planet Neun: Der mysteriöse Himmelskörper soll im roten Bereich liegen.

Die «Schatzkarte» zum Planet Neun: Der mysteriöse Himmelskörper soll im roten Bereich liegen.

Mike Brown/Caltech
Wie der Planet Neun aussieht, weiss man bisher nicht. 

Wie der Planet Neun aussieht, weiss man bisher nicht.

Nasa/Caltech
Denn bisher existiert der Himmelskörper jenseits von Neptun (Bild) nur auf Papier. 

Denn bisher existiert der Himmelskörper jenseits von Neptun (Bild) nur auf Papier.

Nasa

Darum gehts

  • Seit Jahren sorgt ein mysteriöser, neunter Planet für Diskussionen.

  • Bisher existiert der sogenannte Planet Neun erst in der Theorie.

  • Nun haben zwei Forscher aber eine «Schatzkarte» veröffentlicht.

  • Damit soll der Himmelskörper bald aufgespürt werden können.

Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun – das sind die acht Planeten im Sonnensystem. Acht sind es, seitdem Pluto im Jahr 2006 nicht mehr als Planet gilt. Allerdings vermuten mehrere Forschende, dass jenseits von Neptun ein geheimnisvoller neunter Planet existiert.

Der sogenannte Planet Neun hat schon viel zu Reden gegeben. Der Himmelskörper könnte bis zu zehnmal so schwer wie die Erde sein. Weil er so weit von der Sonne entfernt ist, soll er für eine einzige Umkreisung 10’000 bis 20’000 Jahre brauchen, schrieben die beiden Forscher Konstantin Batygin und Mike Brown vom California Institute of Technology im Jahr 2016. Seitdem läuft die Suche nach dem mysteriösen Planeten.

Plutokiller guter Dinge

Nur gesehen wurde der Planet noch nicht. Ende August haben Batygin und Brown eine neue Forschungsarbeit präsentiert, die Aufhorchen lässt. Die Studie soll im Fachjournal «Astronomical Journal» publiziert werden. In dem Paper zeigen die zwei Forscher eine «Schatzkarte», die aufzeigen soll, wo sich der Planet Neun versteckt.

Wo also befindet sich der Planet derzeit? So genau lasse sich das leider nicht sagen, erklärt Brown auf Twitter. «Die Daten zeigen nur den orbitalen Pfad, nicht aber, wo genau sich Planet Neun befindet», schreibt er. Brown war übrigens mitverantwortlich dafür, dass Pluto als Zwergplanet reklassifiziert wurde. Deshalb nennt er sich auf Twitter Plutokiller.

Bisher existiert Planet Neun also nur auf dem Papier. Dennoch ist Brown zuversichtlich, dass mit den neuen Daten die Entdeckung kurz bevorsteht. «Ich denke, dass der Planet Neun in ein oder zwei Jahren gefunden wird», sagt Brown zum Magazin «National Geographic». Denn jetzt wisse man, wo man suchen müsse. Falls Planet Neun tatsächlich entdeckt würde, wäre es der erste grosse Planet, der seit 1846 zum Sonnensystem hinzu käme. Damals gaben Astronomen die Entdeckung des Eisriesen Neptun bekannt. Dessen Existenz wurde mit dem gravitativen Einfluss auf Uranus vorhergesagt.

Kritik an der Theorie

Allerdings sind nicht alle von der Arbeit der beiden Forscher überzeugt. So kam die Theorie von Batygin und Brown unter anderem in diesem Jahr ins Wackeln. «Jeder Hinweis auf Planet Neun ist verschwunden», sagte die Planetenforscherin Stephanie Deppe im März 2021. Der Vorwurf von ihr und ihrem Team an Batygin und Brown: Sie seien voreingenommen an ihre Forschung herangegangen.

Gravitationseinfluss eines Planeten

Die Astronomen Mike Brown und Konstantin Batygin am California Institute of Technology beobachteten im Jahr 2016, dass die Bahnen von sechs transneptunischen Objekten (TNOs) – Teil des Kuipergürtels, einer Sammlung von kleinen Körpern, die die Sonne jenseits des Neptun umkreisen – auffällig gebündelt erschienen. Diese Anhäufung, so schlossen die Forscher, muss auf den Gravitationseinfluss eines riesigen Planeten zurückzuführen sein, der sich irgendwo im äusseren Sonnensystem versteckt. Die Forschenden berechneten, dass Planet Neun mindestens 400 Mal so weit von der Sonne entfernt sein dürfte wie die Erde oder etwa zehn Mal so weit wie der berühmteste TNO, der Zwergplanet Pluto.

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