Aktualisiert 24.07.2011 10:13

Veritabler FCZ-Fehlstart«Gehörige Ohrfeige kassiert»

Der FC Zürich ist noch nicht in der Meisterschaft angekommen und legt den schlechtesten Saisonstart seit acht Jahren hin.

von
Eva Tedesco
Konsternation auf der Bank des FC Zürich. Sportchef Fredy Bickel, Assistent Harald Gämperle und Trainer Urs Fischer (v.l.) können die 2:3-Pleite gegen Aufsteiger Servette kaum fassen. (Keystone/AP)

Konsternation auf der Bank des FC Zürich. Sportchef Fredy Bickel, Assistent Harald Gämperle und Trainer Urs Fischer (v.l.) können die 2:3-Pleite gegen Aufsteiger Servette kaum fassen. (Keystone/AP)

Die ersten beiden Saisonspiele hat der FCZ letztmals unter Lucien Favre in der Saison 2003/04 verloren. Vor acht Jahren war das auswärts ein 1:2 gegen den FCB und danach zu Hause ein 0:1 gegen - Servette. Favre musste damals bis zur vierten Runde warten, bis er den ersten Punkt (2:2 gegen St. Gallen) als FCZ-Trainer bejubeln konnte, blieb aber bis zur Winterpause auf der Roten Laterne sitzen.

Nach nur zwei Runden gibt es keinen Grund gleich den Teufel an die Wand zu malen. Der Fehlstart ist aber Fakt. «Dem kann ich nicht widersprechen. Zwei Spiele. Null Punkte - wir sind noch nicht in der Meisterschaft angekommen», sagt FCZ-Trainer Urs Fischer. Und weiter: «Wir haben eine gehörige Ohrfeige kassiert». Der Fehlstart seiner Zürcher muss ihn nachdenklich stimmen, zumal der FCZ als praktisch einzige Mannschaft im Sommer kaum Veränderungen im Kader angebracht hat und eingespielt sein müsste. Insbesondere über die 2:3-Pleite und den drei Gegentoren innert sechs Minuten (!) gegen den Aufsteiger aus Genf.

Krasse Fehler in der Verteidigung

Das 2:3 wollte Fischer so kurz nach dem Spiel nicht kommentieren. «Bevor ich einfach etwas erzähle, muss ich mir das Spiel auf Video anschauen und analysieren. Aber klar ist, dass wir etwas falsch gemacht haben, sonst hätten wir nicht drei Tore innert sechs Minuten erhalten.» Genau wird Fischer dabei seiner Defensiv-Abteilung auf die Füsse schauen müssen. Denn der Genfer Doppeltorschütze Goran Karanovic kam gleich zweimal gänzlich ungedeckt aus halblinker Position zum Abschluss. Und auch beim Gegentor Nummer 3, einem Kopfball von Patrik Baumann auf einen Freistoss von Ruefli, sah das Innenverteidiger-Duo Teixeira/Barmettler nicht gut aus.

«Nach harzigem Start und einer schlechten ersten Halbzeit hatten wir uns zurückgekämpft und lagen 2:0 in Führung», so Fischer, «da sollte man doch denken, dass der Moment auf unserer Seite sein müsste.» Es war unüberhörbar, dass der sonst kaum um Antworten verlegene Trainer auf der Suche nach Erklärungen war. Denn in den Trainings arbeite seine Mannschaft stets positiv aggressiv. «Doch kaum pfeift der Schiedsrichter das Spiel an, ist alles weg. Es ist mir unerklärlich, wie gehemmt wir in das Spiel gegangen sind.»

Die Niederlage muss bis Mittwoch aus den Köpfen sein

Und das vor dem Champions-League-Qualifikationsspiel in Belgien gegen Lüttich am kommenden Mittwoch. Da bleibt nicht viel Zeit für Erklärungen. «Wir müssen diese Niederlage gegen Servette schnell aus den Köpfen der Spieler bringen», so Fischer, «und das wird nicht ganz einfach sein.» Dann fand aber Fischer zu seiner kämpferischen Art zurück. «Im Fussball gibt es halt solche Situationen; es wird einem nichts geschenkt und jetzt liegt es an uns da wieder rauszukommen.»

Vielleicht kommt da die Abwechslung eines anderen Wettbewerbs gerade zur rechten Zeit. Auch der FC Basel legte einst in der Saison 2009/10 einen miserablen Ligastart hin und leitete im ersten Gruppenspiel der Europa League mit einem Sieg gegen Rom die Wende ein.

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