«Ich konnte nicht raus»: Gehörlose als Sex-Sklavin gehalten
Aktualisiert

«Ich konnte nicht raus»Gehörlose als Sex-Sklavin gehalten

In Grossbritannien steht ein pakistanisches Ehepaar vor Gericht. Die Anklage: Sie sollen eine gehörlose Landsfrau zehn Jahre lang im Keller gefangen gehalten haben.

von
Paisley Dodds
AP

Versklavt, verprügelt und vergewaltigt: So hat eine taubstumme junge Frau aus Pakistan vor einem britischen Gericht ihre fast zehn Jahre lange Leidensgeschichte in einem Kellerverlies beschrieben. Angefangen habe alles im Jahr 2000, als sie etwa zehn Jahre alt gewesen und aus ihrer Heimat nach Grossbritannien geschleust worden sei, sagt sie am Montag in Gebärdensprache, die von einem Dolmetscher übersetzt wird.

Ins nordenglische Manchester sollte es gehen, wo sie Arbeit als Haushaltshilfe finden sollte. Doch der 83-jährige Ilyas Ashar und seine 66-jährige Frau Tallat sollen das Mädchen wie eine Sklavin gehalten haben.

Ohne jegliche Bezahlung sei sie zur Arbeit angehalten worden, sagte die junge Frau, die in ihren 20ern sein dürfte. Ihr genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt.

«Ich sass da eine lange, lange Zeit und weinte»

Sie sei mit einem Nudelholz geschlagen worden. Sobald sie manchmal beim Tischdecken zu viel Lärm gemacht habe, habe Ashars Frau ihr mit ihrem Ring einen Hieb versetzt. Als die Staatsanwälte ihr ein Foto von Ilyas Ashar zeigen, sagt sie prompt: «Das ist derjenige, der Sex mit mir hatte.» Ihr Schlafplatz sei der Betonboden eines verriegelten Kellers gewesen. «Ich sass da unten im Keller ganz allein und war sehr traurig», erklärte sie. «Ich sass da eine lange, lange Zeit und weinte. Ich konnte nicht raus.»

Ein Ende fand das Martyrium erst 2009, als das Mädchen bei einer Polizeirazzia befreit wurde.

Dem Ehepaar wird Freiheitsberaubung, Menschenhandel, Sexualverbrechen und Gewalt vorgeworfen. Auch sollen sie im Namen ihres Opfers Sozialleistungen beantragt, das Geld jedoch einbehalten haben. Sie haben sich nicht schuldig erklärt.

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