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Falsche Anschuldigungen«Weltwoche» schiesst scharf gegen Basler Gesundheitsdirektor

Die «Weltwoche» behauptet, Lukas Engelberger sei beim Essen in den Kantonen Solothurn und Baselland gesichtet worden. Allerdings: Die Zeugen müssen sich geirrt haben.

von
Lukas Hausendorf
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Geht der Basler Gesundheitsdirektor trotz des von ihm verordneten Beizen-Lockdowns in anderen Kantonen auswärts essen?

Geht der Basler Gesundheitsdirektor trotz des von ihm verordneten Beizen-Lockdowns in anderen Kantonen auswärts essen?

Steve Last
Die Weltwoche erhebt diese Anschuldigung in einer Kolumne ihres Autoren Christoph Mörgeli.

Die Weltwoche erhebt diese Anschuldigung in einer Kolumne ihres Autoren Christoph Mörgeli.

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Darin werden zwei Fälle geschildert, bei denen Engelberger von Zeugen beim Dinieren gesehen worden sein soll.

Darin werden zwei Fälle geschildert, bei denen Engelberger von Zeugen beim Dinieren gesehen worden sein soll.

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Alt-SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli erhebt in der «Weltwoche» schwere Vorwürfe gegen den Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger. Der «christdemokratische Wasserprediger», der in seinem Heimatkanton alle Beizen geschlossen habe, trinke seinen Wein nämlich jetzt in den Nachbarkantonen.

Im Kanton Solothurn sei der Magistrat mit sieben Personen in einem Speiselokal gesichtet worden, schreibt Mörgeli in einer Kolumne, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Dabei habe Engelberger sogar vom Wirt verlangt, Tische zusammenzurücken, was dieser «standhaft» verweigert habe. Und dann soll Engelberger im Oberbaselbiet «im Kreis seiner Familie» ein Cordon bleu verzehrt haben. Diese Story sorgte auf Sozialen Medien im Nu für Aufregung.

Engelberger hat als Regierungsrat und Präsident der Eidgenössischen Gesundheitsdirektoren-Konferenz eine besondere Vorbildfunktion. Er verantwortete vor der Bevölkerung die Schliessung der Basler Gastronomie, als der Kanton am 23. November in den Teil-Lockdown ging. Und er appellierte an die Bevölkerung nicht den kulinarischen Verlockungen in den Nachbarkantonen zu erliegen, wo die Restaurants geöffnet blieben.

Engelberger weist die Anschuldigungen allerdings entschieden zurück. «Seit dem Entscheid, die Restaurationsbetriebe im Kanton Basel-Stadt zu schliessen, war Regierungsrat Lukas Engelberger in keinem Restaurant mehr essen – in keinem Kanton», teilt seine Sprecherin auf Anfrage mit.

«Weltwoche»-Autor Mörgeli beruft sich indessen auf «Zeugen», die Engelberger in Dornach gesehen haben wollen. Er werde die Sache aber berichtigen, wenn der beschuldigte Regierungsrat deren Aussage für falsch befindet.

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