Stockholm – Drei US-Forscher erhalten Wirtschaftsnobelpreis
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StockholmDrei US-Forscher erhalten Wirtschaftsnobelpreis

Mit der Bekanntgabe der Preisträger in Medizin begannen am Montag in Stockholm die Tage der Nobelpreis-Verkündungen.

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Die Verkündungen der renommierten Nobelpreis-Auszeichnungen beginnen am Montag mit der Kategorie Physiologie oder Medizin.

Die Verkündungen der renommierten Nobelpreis-Auszeichnungen beginnen am Montag mit der Kategorie Physiologie oder Medizin.

Steffen Trumpf/dpa
Aufgrund der Corona-Pandemie kam den Naturwissenschaften diesmal besondere Aufmerksamkeit zu.

Aufgrund der Corona-Pandemie kam den Naturwissenschaften diesmal besondere Aufmerksamkeit zu.

20min/Michael Scherrer
Bei der Preisverleihung sind die Gewinner nicht vor Ort anwesend, erscheinen dafür aber auf einem Screen.  David Julius (l.) und Ardem Patapoutian gewinnen den Medizin-Nobelpreis.

Bei der Preisverleihung sind die Gewinner nicht vor Ort anwesend, erscheinen dafür aber auf einem Screen. David Julius (l.) und Ardem Patapoutian gewinnen den Medizin-Nobelpreis.

AFP

Darum gehts

  • Am Montag beginnt in Stockholm die Verkündung der diesjährigen Nobelpreise.

  • Zwei Molekularbiologen werden mit dem Medizin-Nobelpreis geehrt.

  • Frauen sind unter den Preisträgern noch immer stark in der Minderheit.

Die Nobelpreise werden seit 120 Jahren an Menschen und Organisationen vergeben, die mit ihrem Wirken die Menschheit vorangebracht haben. So wollte es der Stifter, der schwedische Chemiker Alfred Nobel (1833–1896) , der unter anderem das Dynamit erfand.

Drei US-Forscher erhalten Wirtschafts-Nobelpreis

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an die Forscher David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm bekannt. Der in Kanada geborene Card erhält den Preis für sein Beiträge zum Thema Arbeitsökonomie. Angrist und Imbens forschen im Bereich kausaler Zusammenhänge.

Deutscher und US-Amerikaner erhalten Chemie-Nobelpreis

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den Deutschen Benjamin List und den in Schottland geborenen US-Forscher David W.C. MacMillan für Methoden zur Beschleunigung chemischer Reaktionen. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit.

mRNA-Forschende waren heisse Anwärter

Erst in diesem Jahr konnte die Forschung zur Bekämpfung des Coronavirus bei der Auswahl der Anwärter und Anwärterinnen für die renommierten Auszeichnungen berücksichtigt werden. Chancen ausrechnen konnten sich demnach auch Forschende, die mit mRNA-Impfstoffen die Corona-Pandemie bekämpft haben. Darunter unter anderem das Ehepaar Ugur Sahin und Özlem Türeci, das 2008 Biontech gegründet hat.

Medizin-Nobelpreis an zwei Molekularbiologen

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an David Julius (USA) und den im Libanon geborenen Forscher Ardem Patapoutian für ihre Entdeckung von Rezeptoren für Temperatur und Berührung im Körper. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit.

«Eines der Geheimnisse der Natur entschlüsselt»

Julius habe mit einem Stoff einer Chili-Pflanze gearbeitet, wodurch er einen Rezeptor in Haut-Nervenenden gefunden habe, mit dem Hitze wahrgenommen werde, schilderte die Nobel-Versammlung des Karolinska-Instituts in einer Pressemitteilung. Der im Libanon geborene Patapoutian sei über Zellen, die druckempfindlich seien, auf neuartige Rezeptoren gestossen, die aktiv würden, wenn die Haut und andere Organe mit Stimuli versetzt würden.

«Dies entschlüsselt wirklich eines der Geheimnisse der Natur», sagte der Generalsekretär des Gremiums, Thomas Perlmann. «Es ist tatsächlich etwas, das sehr wichtig für unser Überleben ist, also ist es eine sehr wichtige und tiefgründige Entdeckung.»

Schriftsteller aus Tansania erhält Literaturnobelpreis

Der Literaturnobelpreis geht in diesem Jahr an den tansanischen Schriftsteller Abdulrazak Gurnah. Das gab die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekannt.

Friedensnobelpreis am Freitag

Der Friedenspreis könnte der einzige Nobelpreis sein, der traditionell bei einer Zeremonie im Dezember in Oslo überreicht wird.

Am Dienstag folgte der Physiknobelpreis – er ging an den Deutschen Klaus Hasselmann, Syukuro Manabe (USA) und den Italiener Giorgio Parisi für physikalische Modelle zum Erdklima. Am Donnerstag folgen die Preise für Literatur und am Freitag der Friedensnobelpreis. Den Abschluss bildet am darauffolgenden Montag die Bekanntgabe des Preisträgers oder der Preisträgerin für Wirtschaftswissenschaften.

Nobelmedaille, 1 Million Franken und ein Diplom

Wie im vergangenen Jahr ist die renommierte Auszeichnung mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 1,064 Millionen Franken) pro Kategorie dotiert. Vergeben werden die Preise allesamt an Nobels Todestag, dem 10. Dezember. Dabei erhalten die Ausgewählten auch ihre prestigeträchtigen Nobelmedaillen und Diplome. Die Nobelstiftung teilte bereits mit, dass zumindest bei der Preisverleihung in Stockholm wie im Vorjahr keine Preisträger in der schwedischen Hauptstadt vor Ort sein werden. Sie werden stattdessen in ihren Heimatländern geehrt. Dies wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Reisebeschränkungen.

Frauen holen auf

Die Zahl der Frauen unter den Nobelpreisträgern nimmt stetig zu. Gingen von 1901 bis 1920 nur vier Auszeichnungen an Frauen, lag ihr Anteil in den vergangenen zwei Jahrzehnten bei 24 Prozent. Bis zum Jahr 2019 einschliesslich waren allerdings nur 54 von 923 Preisträgern Frauen, also etwas mehr als fünf Prozent. Mit 2,4 Prozent am geringsten ist der Frauenanteil beim Wirtschafts-Nobelpreis, bei den naturwissenschaftlichen Kategorien liegt er bei 3,2 Prozent.

Höher ist der Frauenanteil beim Literaturnobelpreis mit 13 Prozent und dem Friedensnobelpreis mit 15,9 Prozent. Immerhin war die Person, die als erste zwei Mal mit dem Nobelpreis geehrt wurde, eine Frau: die polnischstämmige Französin Marie Curie. Sie bekam 1903 den Physik-Nobelpreis, 1911 folgte der Chemie-Nobelpreis.

Die Medizin-Nobelpreisträger seit 2015

  • 2015: Die Chinesin Youyou Tu, die den Malaria-Wirkstoff Artemisinin entdeckt hat. Sie teilte sich den Preis mit dem gebürtigen Iren William C. Campbell und dem Japaner Satoshi Omura, die an der Bekämpfung weiterer Parasiten gearbeitet hatten.

  • 2016: Der Japaner Yoshinori Ohsumi, der das lebenswichtige Recycling-System in Körperzellen entschlüsselt hat.

  • 2017: Die US-Forscher Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young für die Erforschung der Inneren Uhr.

  • 2018: Der US-Amerikaner James Allison und der Japaner Tasuku Honjo für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs.

  • 2019: William Kaelin (USA), Peter Ratcliffe (Grossbritannien) und Gregg Semenza (USA). Sie hatten herausgefunden, wie Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen und sich daran anpassen.

  • 2020: Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Grossbritannien) und Charles M. Rice (USA), die massgeblich zur Entdeckung des Hepatitis-C-Virus beigetragen hatten.

  • 2021: David Julius (USA) und der im Libanon geborene Forscher Ardem Patapoutian für ihre Entdeckung von Rezeptoren für Temperatur und Berührung im Körper.

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(AFP, DPA)

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